Herzogenburg: Renovierung zum 900-Jahr-Jubiläum fertig
St. Pölten, 30.1.08 (KAP) Die Renovierung des niederösterreichischen Augustiner-Chorherrenstiftes Herzogenburg schreitet zügig voran. Darauf wies Propst Maximilian Fürnsinn am Mittwoch vor Journalisten in Herzogenburg hin. Im Vorfeld der Sitzung des Kuratoriums zur Renovierung des Stiftes zeigte sich Propst Fürnsinn über die Fortschritte der vergangenen Jahre sehr zufrieden.
Seit dem Jahr 2000 wurden alle außen liegenden Fassaden des Barockbaus renoviert, ebenso die Fassaden des Innenhofs. Dazu konnten auch Teile der historischen Gärten - der barocke Prälatengarten, der barocke Obstgarten und der Rosengarten - revitalisiert werden. Weiters sind auch einige bedeutende Innenräume wie etwa die barocke Frigidiani-Kapelle, die Bibliothek und die Chorkapelle fertig oder fast fertig renoviert.
Wie Fürnsinn ankündigte, soll 2008 der Vorbau an der Nordseite des Stifts saniert werden. Die Befestigung des Innenhofs wird ebenfalls erneuert, und der Platz vor der Nordeinfahrt soll attraktiv gestaltet werden. 2009 stehen dann die Fassaden des Emmerichshofes neben der Stiftskirche auf dem Programm, weiters auch die Prälatenstiege und der Prälatengang.
Die bisherigen Renovierungskosten beliefen sich auf rund sechs Millionen Euro, so Fürnsinn. Weitere zwei Millionen würden noch benötigt. Der Propst zeigte sich zuversichtlich, dass alle geplanten Renovierungsarbeiten bis 2012 fristgerecht fertig gestellt werden. 2012 feiert das Chorherrenstift sein 900-jähriges Bestehen.
Die erforderlichen Mittel wurden und werden vom Bildungsministerium, vom Land Niederösterreich und vom Stift selbst aufgebracht. Dazu kommen private Spender und Spendenaktionen zahlreicher Medien. Fürnsinn: "Mein Dank gilt besonders auch den vielen Tausenden Spendern, die mit kleinen und großen Beträgen die Renovierung unterstützen".
Im Gespräch mit "Kathpress" sagte der Propst, dass mit den baulichen Maßnahmen auch inhaltliche Erneuerungen einhergingen. Bisher sei das Chorherrenstift vor allem in der Pfarrseelsorge engagiert, in Zukunft wolle man sich auch - ganz im Einvernehmen mit Diözesanbischof Klaus Küng - als geistliches Zentrum mitspirituellen Angeboten stärker positionieren.
U.a. ist derzeit eine kleine Pilgerherberge für 20 Personen im Entstehen, die die vermehrten Wallfahrer des österreichischen Jakobsweges aufnehmen soll. Dieser historische Pilgerweg führt an Herzogenburg vorbei.
Das Stift Herzogenburg zählt zu den bedeutendsten Barockbauten Niederösterreichs und hat zwischen 1714 und 1785 sein barockes Erscheinungsbild erhalten. U.a. wirkten in Herzogenburg so bekannte Künstler wie Jakob Prandtauer, Fischer von Erlach, Joseph und Franz Munggenast, Daniel Gran oder der Kremser Schmidt. Die letzte umfassende Renovierung des Stifts wurde vor rund 100 Jahren durchgeführt.
Gegründet wurde das Kloster am 18. August 1112 von Bischof Ulrich von Passau. Der damalige Standort lag allerdings an der Donau bei Traismauer. Wegen häufiger Überschwemmungen wurde das Kloster 1244 nach Herzogenburg verlegt und besteht seither ohne Unterbrechung: Es überstand sowohl die Zeit der Reformation wie auch des Josephinismus und des Nationalsozialismus.