Gedenkgottesdienst für Gründer von "Kirche in Not"
Wien, 31.1.08 (KAP) Zum Gedenken an den am 31. Jänner 2003 verstorbenen Gründer des internationalen katholischen Hilfswerks "Kirche in Not", Pater Werenfried van Straaten, findet am Sonntag, 3. Februar, um 12 Uhr im Wiener Stephansdom ein Gottesdienst statt. Der unter dem Spitznamen "Speckpater" weltbekannt gewordene niederländische Prämonstratenserpater wurde zweimal für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen und empfand es als seine Berufung, Versöhnung zu stiften und Bedürftigen zu helfen.
Am Anfang seines Wirkens stand der Wunsch, nach dem Zweiten Weltkrieg die Versöhnung unter den Völkern Europas, die noch immer unter den Kriegsfolgen litten, zu fördern. So rief er zunächst die Bevölkerung von Holland und Belgien, die stark unter der deutschen NS-Besatzung zu leiden gehabt hatte, dazu auf, an den notleidenden Deutschen, den "Feinden von gestern", tätige Nächstenliebe zu üben. Seine Appelle lösten eine beispiellose Welle der Hilfsbereitschaft aus. Schon bald darauf predigte er in ganz Europa Versöhnung. Für seinen Einsatz für den Frieden wurde er 2002 von Romano Prodi, dem damaligen Präsidenten der Europäischen Kommission, als "Apostel des Friedens" gewürdigt.
Mit einem alten Peugeot fuhr P. Werenfried van Straaten nach dem Weltkrieg kreuz und quer durch Flandern, um 400 bis 500 Kilo Speck pro Tag für die Flüchtlinge zu sammeln. Gleichzeitig machte der "Speckpater" Werbung für die von ihm initiierte Aktion "Ostpriesterhilfe", bei der es anfangs um den Lebensunterhalt für "Rucksackpriester" zur Betreuung der vielen Katholiken ging, die als Vertriebene aus Schlesien, Böhmen und Mähren in der norddeutschen Diaspora lebten.
Die Direkthilfe in den kommunistischen Ländern wurde 1952 gestartet. Es galt, den verfolgten Priestern, Ordensleuten und Laien hinter dem "Eisernen Vorhang" auf versteckten Wegen Hilfen zukommen zu lassen. Ende der fünfziger Jahre weitete die "Ostpriesterhilfe" ihre Arbeit auf Asien, Afrika und Lateinamerika aus. 1964 wurde das Werk von Papst Paul VI. zum "Päpstlichen Werk" aufgewertet, Werenfried von Straaten wurde zu dessen Generalmoderator. Dieses Amt legte er 1981 nieder, blieb aber noch viele Jahre weiter geistlicher Assistent. Heute hat "Kirche in Not/Ostpriesterhilfe" rund 700.000 Freunde und Fördereraus vielen Ländern. Geholfen wird in rund 140 Staaten - immer auch dort, wo Christen verfolgt und unterdrückt werden.
Nach der politischen Wende in Osteuropa kam als neue Versöhnungsaktion auf ausdrücklichen Wunsch Johannes Pauls II. auch eine Initiative zugunsten der russisch-orthodoxen Kirche hinzu. Pater Werenfried bezeichnete es als seine "letzte und größte Freude", auch die Versöhnung zwischen den beiden Schwesterkirchen zu fördern. So unterstützt "Kirche in Not" die russische Orthodoxie vor allem bei der Priesterausbildung. Zudem wurden drei Kapellenboote finanziert, die auf der Wolga und dem Don Dörfer erreichen, wo es keine Kirchen gibt.
Heute unterhält die internationale katholische Hilfsorganisation "Kirche in Not" Niederlassungen in 17 Ländern in Europa, den USA, Kanada, Australien und Lateinamerika und unterstützt jährlich mehr als 5.000 pastorale Projekte.