Papst bekräftigt Aussagen der Glaubenskongregation
Vatikanstadt, 31.1.08 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat die jüngsten zwei Erklärungen der vatikanischen Glaubenskongregation zum kirchlichen Selbstverständnis und zur Evangelisierung bekräftigt. Die eine und einzige Kirche Christi habe "ihre Subsistenz, ihre Permanenz und ihre Stabilität" in der katholischen Kirche, sagte er am Donnerstag vor der Vollversammlung der Kongregation. Die Einheit, die Unteilbarkeit und die Unzerstörbarkeit der Kirche Christi werde daher auch nicht durch die Spaltungen und Trennungen unter den Christen aufgehoben.
Das Dokument "Antworten auf Fragen zu einigen Aspekten bezüglich der Lehre über die Kirche", das die Glaubenskongregation im Juli vergangenen Jahres publiziert hatte, war vor allem bei den Protestanten auf Kritik gestoßen. Die protestantischen Kirchen seien "kirchliche Gemeinschaften", aber nicht "Kirchen im eigentlichen Sinn", hatte es darin geheißen.
Ausdrücklich begrüßte nun Benedikt XVI. die korrekte Sprachklärung des Kirche-Seins im theologischen Sinne, die zwischen "Kirchen" und "kirchlichen Gemeinschaften" unterscheidet. Das sei kein neues Hindernis für die Ökumene, sondern ein Ansporn, mit Realismus die trennenden Lehrunterschiede zwischen den christlichen Konfessionen zu erkennen und anzugehen.
Zum Dokument der Kongregation vom vergangenen Dezember, der "Lehrmäßigen Note zu einigen Aspekten der Evangelisierung", betonte der Papst, angesichts der Gefahr eines religiösen und kulturellen Relativismus dürfe die Kirche auch in Zeiten des interreligiösen Dialogs nicht auf die aktive Missionsarbeit verzichten. Vielmehr habe sie die Pflicht, allen Menschen das Heil und die Erlösung Christi zur Kenntnis zu bringen und anzubieten. Die Wertschätzung der wahren und guten Elemente und des ernsthaften religiösen Bemühens der Weltreligionen sowie die Zusammenarbeit zur Verteidigung von Menschwürde und Werten dürften nicht als Einschränkung für die Missionsarbeit der Kirche verstanden werden, so der Papst.