Ordensleute feierten ihre Berufung
Wien, 4.2.08 (KAP) Die Bedeutung des Ordenslebens für Kirche und Gesellschaft hat Kardinal Christoph Schönborn bei einer Vesper am Sonntag im Wiener Stephansdom zum "Tag des geweihten Lebens" betont. "Es ist die Berufung der Ordensleute zu zeigen, dass Gott unter uns ist", sagte Schönborn in seiner Predigt. Es gehe nicht in erster Linie darum, dass Gemeinschaften durch ihre Attraktivität Menschen anziehen, sondern Gott ziehe diese an. Orden müssten ein Zeichen und lebendiger Erweis dieser Gottesanwesenheit sein. "Die Menschen kommen, weil sie gehört haben, Gott ist bei euch", so der Kardinal in Richtung Ordenschristen.
Der Wiener Erzbischof erinnerte auch an die Ansprache von Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch in Mariazell im vergangenen September. Im Vespergottesdienst in Mariazell hatte sich Benedikt XVI. besonders an die Ordensleute gewandt. Die Ansprache des Papstes sei so etwas wie eine "Charta des geistlichen Lebens" gewesen, so Schönborn. Es gelte, diese Worte zu meditieren, sie sich zu Herzen zu nehmen und zu leben versuchen.
Der Kardinal verwies u.a. darauf, was Benedikt XVI. zu den drei Ordensgelübden von Armut, Keuschheit und Gehorsam betonte. Diese müssten auf ihren positiven Inhalt und Sinn hin verstanden werden. So bedeute Armut etwa zuallererst innwendiges Freiwerden für den Nächsten.
Kardinal Christoph Schönborn feierte die Vesper gemeinsam mit dem Wiener Bischofsvikar für die Orden, P. Michael Zacherl SJ, und rund 180 Professjubilarinnen und -jubilaren.
Orden haben Zukunft
In Linz versammelten sich am Samstag rund 170 Ordenschristen in der Krypta des Karmelitenklosters. Sr. Christine Rod von den Schwestern der Missionarinnen Christi ging in ihren Ausführungen u.a. auf den Gehorsam ein. In seinem Wesen meine Gehorsam das Hören auf den Grundauftrag der jeweiligen Gemeinschaft und die Treue zu ihm. Rod zeigte sich überzeugt, dass "Orden Zukunft haben, wenn sie Zeugen und Zeuginnen der verwandelnden Gegenwart Gottes sind".
Auch Rod verwies auf die Ansprache des Papstes in Mariazell, der u.a. bekräftigt hatte, dass sich Ordenschristen gegen allen Unsinn und alle Verzweiflung der Welt stellen würden. Ordenschristen würden an der Seite jener stehen, die um diesen positiven Sinn ringen und dem Leben eine positive Gestalt geben möchten.
Zum Abschluss der Veranstaltung feierte der Linzer Generalvikar Severin Lederhilger mit den Ordensfrauen und - männern in der Krypta einen Gottesdienst.
Wertschätzung gegenüber Orden
In Kärnten waren am Samstag rund 100 Ordenschristen der Einladung von Diözesanbischof Alois Schwarz gefolgt und ins Stift St. Georgen/Längsee gekommen. Schwarz hob seine Wertschätzung den Ordensgemeinschaften gegenüber hervor und erinnerte in seinen Ausführungen ebenfalls an die Papstansprache in Mariazell.
Der "Tag des geweihten Lebens" wurde 1997 von Papst Johannes Paul II. am Fest der Darstellung des Herrn - besser bekannt unter "Mariä Lichtmess" - festgelegt. Seitdem feiern Ordensgemeinschaften weltweit am 2. Februar ihre Berufung.
