Projekt "Ja zur Ehe, ja zu Kindern" startete
St. Pölten, 4.2.08 (KAP) In Niederösterreich wollen Kirche und Landesregierung bestehende Initiativen für die Familien stärker vernetzen und bewährte Aktivitäten weiter entwickeln. Unter dem Motto "Ja zur Ehe, ja zu Kindern" startete "Familienbischof" Klaus Küng am Montag ein Projekt, um Familien in ihren zunehmenden Herausforderungen zu stützen.
Das Projekt wurde von der Österreichischen Bischofskonferenz bei ihrer Herbsttagung im vergangenen Jahr im Heiligen Land beschlossen und soll österreichweit umgesetzt werden. Verstärkt werden soll u.a. die Aus- und Weiterbildung von Eltern und das Angebot an Seminaren sowie Tagen der Besinnung für jene, die eine Familie gründen wollen. Mit einer Pressekonferenz in St. Pölten, bei der der für Familienfragen zuständige Referent in der Bischofskonferenz sowie Landesrätin Johanna Mikl-Leitner und Projektleiter Robert Schmalzbauer berichteten, erfolgte jetzt der Auftakt. Denn - so Küng - in der Bischofskonferenz habe sich bei Fragen über Probleme in Kirche und Gesellschaft immer wieder herausgestellt, dass bei der Lösung der Familie die zentrale Rolle zukomme.
"Wir wollen jungen Menschen die Ehe als Wert und als Weg der Zukunft verdeutlichen", sagte der Bischof. Jungen Menschen solle Mut für die Entscheidung zur Ehe zugesprochen wie auch "das Ja zu Kindern" gefördert werden. Darüber hinaus sei für junge Familien Weiterbildung notwendig, da gerade in den heutigen Verhältnissen "ein neues Know-how" für das Gelingen von Ehe, Familie und Erziehung notwendig sei.
In der Kirche gebe es bereits "zahlreiche, sehr verdienstvolle Einrichtungen, die der Familien gewidmet sind", unterstrich der Bischof. Das neue Projekt solle darüber hinaus "ein wertvoller Impuls für alle bestehenden" sein, betonte er.
Auch Landesrätin Mikl-Leitner betonte die Bedeutung der Familie für die Zukunft des Landes und der gesamten Gesellschaft. Sie bedauerte, dass die Scheidungsrate in den vergangenen Jahren von 30 Prozent auf 48,9 Prozent gestiegen sei. 2007 habe es in Niederösterreich 3.826 Scheidungen gegeben, bei denen 3.259 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren betroffen waren.
Eine wichtige Initiative in der Familienpolitik sei es - so die Familienlandesrätin - die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Die Erhöhung der Geburtenrate, die derzeit bei 1,46 liege, wäre dringend. Hier müsse eine Trendumkehr eingeleitet werden, so Mikl-Leitner. Eine positive Entwicklung in der Gesellschaft brauche intakte Familien; Kinder brauchten Sicherheit, Kontinuität, Nestwärme und Vorbilder. Für die Stärkung der Familien würden vom Land Niederösterreich bereits Initiativen wie das "Partnerschaftstraining" und die "Elternschule" angeboten, wies Mikl-Leitner hin.
Robert Schmalzbauer ist Projektleiter von "Ja zur Ehe, ja zu Kindern". "Bewährte Modelle von Akademien für Ehe und Familie" sollen für Niederösterreich adaptiert werden, so Schmalzbauer. Ehe- und familienbegleitende Maßnahmen wie Jungfamilienwochen, Ehefrauen- und Ehemännerwochenenden oder Kinderseminare sollen ebenfalls neu forciert werden. Ein nächster Schritt werde die Gründung eines Vereins mit diesen Zielsetzungen in Niederösterreich sein.