D: Bischofskonferenz wählt nächste Woche Vorsitzenden
Bonn, 7.2.08 (KAP) Die deutschen Bischöfe wollen in der nächsten Woche einen neuen Konferenz-Vorsitzenden wählen. Die Wahl des Nachfolgers von Kardinal Karl Lehmann findet voraussichtlich am Dienstag während der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Würzburg statt. Anschließend will Lehmann den neuen Vorsitzenden im Würzburger Kloster Himmelspforten der Presse vorstellen.
Die Gesamtzahl der Wahlberechtigten beträgt 69. Sie setzt sich zusammen aus 25 Ortsbischöfen, 41 Weihbischöfen, den beiden Diözesanadministratoren für Trier und Speyer (beide Bischofsstühle sind derzeit unbesetzt) und dem Exarchen der ukrainisch-katholischen Kirche in Deutschland. Die Erzdiözesen München-Freising, Köln und Freiburg kommen so auf jeweils vier Wahlberechtigte, die Diözese Münster sogar auf fünf. Alle übrigen Diözesen stellen drei oder weniger Wähler. In Görlitz gibt es nur den Bischof, keine Weihbischöfe.
Mitte Jänner hatte der 71-jährige Mainzer Bischof Lehmann angekündigt, aus gesundheitlichen Gründen den Vorsitz der Konferenz am 18. Februar niederlegen zu wollen. Lehmann ist seit 1987 Vorsitzender und wurde vier Mal in Folge in dieses Amt gewählt. Er erreichte mit mehr als 7.400 Tagen die längste Amtszeit eines Vorsitzenden nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Kardinal musste im Dezember wegen Herzproblemen kurzzeitig in ein Krankenhaus.
Die 69 Mitglieder der Bischofskonferenz wollen sich zudem schwerpunktmäßig mit dem Thema Familie befassen. Weitere Programmpunkte der viertägigen Versammlung sind die Planungen für das von Papst Benedikt XVI. ausgerufene Paulusjahr, die Umsetzung des päpstlichen Erlasses zum vorkonziliaren "Alten Usus" der Messe und eine Überarbeitung der Leitlinien für multireligiöse Feiern.
Auf der Tagesordnung stehen außerdem ein Zwischenbericht zum Medienengagement der Kirche. Dabei geht es auch um das Projekt eines kirchlichen Privatfernsehens.
Außenpolitische Themen sind Solidarität mit den Christen im Heiligen Land und die Bewertung des EU-Vertrags von Lissabon. Zudem wird in diesem Jahr besonders an die erste Bischofsversammlung in Würzburg vor 160 Jahren erinnert: 1848 kamen dort Bischöfe aus dem deutschsprachigen Raum erstmals zu gemeinsamen Beratungen zusammen.
Zusammen mit dem Amt des Vorsitzenden wird auch das des Sekretärs und das des Stellvertretenden Sekretärs der Bischofskonferenz durch je eigene Wahl neu besetzt. Hier könnten die bisherigen Amtsinhaber zur Wiederwahl antreten.
Das Amt des Stellvertretenden Vorsitzenden der Bischofskonferenz wird nur dann neu besetzt, wenn der jetzige Amtsinhaber seinen Rücktritt erklärt.