Nuntius zelebrierte Pontifikalamt zum Lourdes-Jubiäum
Wien, 12.2.08 (KAP) Der französische Marienwallfahrtsort Lourdes ist "Synonym und Quell der Hoffnung, des Lebens und des Willens, für das Leben zu kämpfen". Mit diesen Worten beschrieb der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Edmond Farhat, die Bedeutung von Lourdes für die heutige Weltkirche. Der Nuntius stand am Montagabend einem Festgottesdienst in der Wiener Franziskanerkirche anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums der Erscheinungen von Lourdes vor. In seiner Predigt sagte Farhat: "Wenn die Menschen schon seit 150 Jahren nach Lourdes zur Muttergottes kommen, dann deshalb, weil sie Gott suchen und Gott treffen wollen. Gott ist aber nicht im Lärm, sondern in der Stille zu treffen." Alle Pilger würden Lourdes spirituell gestärkt und mit der tiefen Überzeugung verlassen, "dass es gut war, hierher zu kommen, dass es gut ist, sein eigenes Leben zu leben".
Am Wunder von Lourdes könne man sehen, was die Heilige Schrift meint, wenn sie vom Reich Gottes und der Macht seines Gesalbten spricht, so der Erzbischof weiter. Die Erscheinung Mariens in Lourdes, gerade mitten in einer besonders kirchenfeindlichen Zeit, zeige der abgestumpften und in Materialismus und Genusssucht verhafteten Menschheit deutlich die Herrschaft Gottes und Jesu über die Welt auf: "Herrschaft der Sühne und der Versöhnung, Herrschaft des Widerstandes und der Hoffnung, Herrschaft des Reiches der Gnade und der Vergebung der Todsünde."
Der Apostolische Nuntius erinnerte auch an den Besuch von Johannes Paul II. in Lourdes im Jahr 2004 und dessen Botschaft: "Geht in die Schule Mariens und holt davon für die Welt eine Welle von Hoffnungen". In Lourdes habe der schon sehr geschwächte Papst einen leidenschaftlichen Appell für das Leben abgelegt und dazu aufgerufen, das ganze Leben, von der Empfängnis bis zum natürlichen Ende, zu respektieren. Das Leben sei ein heiliges Geschenk, über das niemand sich als Herrscher betrachten dürfe, so Johannes Paul II. damals.
Nuntius Farhat ging auch auf den "Welttag der Kranken" ein, den die Kirche seit 1992 am 11. Februar, dem liturgischen Gedenktag "Unserer Lieben Frau von Lourdes", begeht. Wörtlich sagte Farhat: "Heute am 11. Februar, dem Tag der ersten Erscheinung für Bernadette, begeht dieKirche den Tag der Kranken, den Tag des Lebens, den Tag der Hoffnung. Und die Kranken pilgern nach Lourdes. Der 11. Februar ist ein Tag der Heilung und der Gesundheit, ein Tag des Lebens geworden."
Nuntius Farhat feierte das Pontifikalamt in der Franziskanerkirche gemeinsam mit Mitgliedern der "Priesterbruderschaft St. Petrus" im "alten Usus" (in der Fassung von 1962).