Landau fordert Praxisnähe bei Betreuung und Pflege
Wien, 21.2.08 (KAP) Der Wiener Caritasdirektor Michael Landau hat am Donnerstag "Absurditäten" im Zusammenhang mit der 24-Stunden-Pflege aufgezeigt: So dürfen 24-Stunden-Betreuungskräfte den von ihnen Betreuten keine Medikamente geben, ihnen nicht das Gesicht mit einem feuchten Tuch reinigen und ihnen kein Essen mit einem Löffel verabreichen. Es müsse in erster Linie um die betreuungs- und pflegebedürftigen Menschen und deren Bedürfnisse gehen, betonte Landau. Die Kompetenzen der 24-Stunden-Betreuungskräfte hätten sich an der Realität zu orientieren. Die geplante Novellierung von Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (GuKG) und Ärztegesetz seien grundsätzlich Schritte in die richtige Richtung. Aber diesen Vorschlägen müssten jetzt endlich Taten folgen.
Die komplizierten Regeln, wer mit welcher Qualifikation was darf und was nicht, gelten zum Teil auch für viele andere Betreuungssituationen außerhalb der 24-Stunden-Betreuung - sei es für die stundenweise Betreuung und Pflege zu Hause oder für die Betreuung von behinderten Menschen beispielsweise in Wohngemeinschaften. "Auch hier muss über Änderungen nachgedacht werden, damit Berufsgruppen wie Behindertenbetreuern oder Heimhelfern analoge Möglichkeiten eröffnet werden wie es für die 24-Stunden-Betreuer geplant ist", betonte Caritas-Geschäftsführer Alexander Bodmann.
Um die betreuungsbedürftigen Personen bestmöglich versorgen zu können, soll diplomiertes Pflegepersonal in Zukunft pflegerische Tätigkeiten wie die Verabreichung von Arzneimitteln oder auch subkutane Insulininjektionen auch an 24-Stunden-Betreuer delegieren dürfen. Die Instruktion und regelmäßige Kontrolle der Betreuer verursache aber selbstverständlich auch Kosten, deren Finanzierung geregelt werden müsse. "Es geht nicht darum, qualifizierten Pflegekräften ihre Kompetenzen streitig zu machen. Es geht darum, die derzeit oft im Graubereich durchgeführten Tätigkeiten durch gute Instruktion und laufende Kontrolle auch im Rahmen der 24-Stunden-Betreuung auf legalem und qualitätsgesichertem Weg zu gewährleisten", so Landau.
Im Rahmen des Vereins "Rundum Zuhause betreut" bietet die Caritas schon heute eine laufende Qualitätskontrolle der legalisierten 24-Stunden-Betreuung an.(Informationen: Tel. 0810/242.580, Internet: www.rundumbetreut.at).