EU-Beschäftigungs-Diskussion mit Linzer Bischof Schwarz
Brüssel, 26.2.08 (KAP) Die Sorge der Kirchen über die Zunahme von "prekären Beschäftigungsverhältnissen" in Europa steht im Mittelpunkt eines Dialogseminars in Brüssel, das sich am Donnerstag, 28. Februar, mit den neuen beschäftigungspolitischen Leitlinien der Europäischen Union auseinandersetzt. Unter den Referenten ist der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz. Das Seminar wird von der Europäischen Kommission gemeinsam mit der Kommission Kirche und Gesellschaft der "Konferenz Europäischer Kirchen" (CEC) und dem Sekretariat der "Kommission der Bischofskonferenzen des EU-Raumes" (ComECE) organisiert.
Die Kirchen verweisen darauf, dass die zunehmende Segmentierung des Arbeitsmarkts Hand in Hand geht mit einer wachsenden Marginalisierung einzelner Gruppen auf dem Arbeitsmarkt wie Langzeitarbeitslose, Menschen mit geringer Ausbildung und Migranten. Das Dialog-Seminar beschäftigt sich mit dem europäischen "flexicurity"-Konzept - das auf einer Kombination von Flexibilisierung und sozialer Absicherung beruht - aus einer Werte-Perspektive. Dazu sollen die Erfahrungen der Kirchen und kirchlichen Organisationen, die selbst soziale Dienstleistungen, Ausbildung und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen erbringen, in die öffentliche Debatte eingebracht werden. Das Dialog-Seminar findet kurz vor der Frühjahrstagung des Europäischen Rates statt, in der über die Umsetzung der beschäftigungspolitischen Leitlinien beraten werden wird.
Referenten bei dem Seminar sind außer Bischof Schwarz u.a. die EU-Kommissare Jan Figel and Vladimir Spidla, der Europarlamentarier Jacek Protasiewicz, der orthodoxe Priester und Migrationsfachmann Christian Popescu sowie Prof. Gerhard Wegner vom Sozialwissenschaftlichen Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
Die Dialogseminare zwischen der Europäischen Kommission und den Kirchen in Europa haben eine lange Tradition. Seit Anfang der neunziger Jahre sind sie ein bedeutendes Diskussionsforum für gemeinsame Themen. Sie sind ein wichtiges Element im offenen, transparenten und regelmäßigen Dialog zwischen der Europäischen Kommission und den Kirchen in Europa.