Bundespräsident besuchte Caritas-Hilfsprojekte in Afrika
Wien, 26.2.08 (KAP) Ein positives Resümee der jüngsten Afrika-Reise von Bundespräsident Heinz Fischer hat Caritas-Präsident Franz Küberl gezogen. Dass neben wirtschaftlichen und außenpolitischen Aspekten auch der soziale Aspekt ganz wesentlich gewesen sei, verstehe er als sehr positives Zeichen, so Küberl am Dienstag im Gespräch mit "Kathpress". Der Caritas-Präsident gehörte der Delegation des Bundespräsidenten an, der in beiden afrikanischen Staaten auch zahlreiche Hilfsprojekte besuchte, darunter auch solche der Caritas.
In der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba unterstützt die Caritas Vorarlberg das Frauenförderungsprojekt "Gulele", das von den Schwestern vom Guten Hirten betrieben wird. Gulele ist einer der ärmsten Stadtteile der äthiopischen Hauptstadt. Angefangen von der Trinkwasserversorgung über Sanitäranlagen und Wohnverhältnisse bis hin zur medizinischen Versorgung ist die Situation weitgehend menschenunwürdig.
Vor diesem Hintergrund wurde im Jahre 1995 von den Schwestern vom Guten Hirten das Hilfsprojekt gestartet. Das übergeordnete Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Lebensumstände von Frauen, die auf Grund ihrer Armut an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden. Das Projekt beinhaltet unter anderem auch eine Tagesstätte für Kinder jener rund 700 Mütter, die am Gemeindeentwicklungsprojekt teilnehmen. Die Frauen erhalten dabei die Möglichkeit einem Broterwerb nachzugehen - etwa als Bäckerin oder Schneiderin -, sie nehmen an Hygiene- und Ernährungskursen teil und haben Zugang zu einem Kleinkreditprogramm.
In Mali unterstützt die Caritas Innsbruck seit 15 Jahren ein Hilfsprojekt für Straßenkinder in der Hauptstadt Bamako. Mitarbeiter der Caritas Bamako nehmen Kontakt mit den Straßenkindern auf, in einem Zentrum werden die Burschen und Mädchen medizinisch versorgt, bekommen zu essen und haben ein Dach über den Kopf. Rund 60 Kinder schlafen jede Nacht in der Anlaufstelle. Wer im Zentrum bleiben will, erhält eine Schul- und Berufsausbildung. Viele Kinder können aber auch wieder zu ihren Eltern zurückgebracht werden.
Beim Besuch von Präsident Fischer waren u.a. auch Erzbischof Jean Zerbo von Bamako, drei Minister und der Bürgermeister von Bamako anwesend. Fürdie Kinder sei dieser "kleine Staatsakt" ein berührendes Erlebnis gewesen, berichtete Küberl. Fischer hatte den Kindern u.a. auch in Anspielung auf die kommende Fußball-Europameisterschaft in Österreich Fußbälle mitgebracht.
Bundespräsident Fischer war im Rahmen seiner Afrika-Reise mit den höchsten Repräsentanten Äthiopiens und Malis zusammengetroffen. Höhepunkt der Reise war ein Auftritt am Sitz der Afrikanischen Union in Addis Abeba, wo Fischer eine Rede hielt. U.a. räumte er ein, dass Europa einen neuen Blick auf Afrika brauche. Denn das, was in Afrika passiere, habe auch auf Europa Auswirkungen.
Bei der Reise Fischers nach Äthiopien und Mali handelte es sich um die erste Reise eines österreichischen Staatsoberhauptes in Länder südlich der Sahara. Caritas-Präsident Küberl wollte das vorsichtig dahingehend interpretieren, dass damit eine gewisse "Türöffnerfunktion" verbunden sein könnte und Österreich sein entwicklungspolitisches Engagement für Afrika weiter verstärkt.
