Großes Echo auf die kirchliche Aktion "Autofasten"
Wien, 27.2.08 (KAP) An die 5.000 Teilnehmer haben sich bereits für die Aktion "Autofasten - heilsam in Bewegung kommen" angemeldet; sie leisten damit einen aktiven Beitrag zur Verantwortung für die Schöpfung und zur Nachhaltigkeit im Verkehrswesen. Für Ernst Sandriesser, den Sprecher der diözesanen Umweltbeauftragten, zeigt dieses große Interesse gestiegene Sensibilität für die Folgen des Klimawandels und der Gesundheitsgefährdung durch den Individualverkehr. "Es ist ein Signal, dass sich immer mehr Menschen eine zukunftsfähige Form von Mobilität wünschen und sich deshalb selbst auf die Suche nach Alternativen machen", so Sandriesser. Bei 600 Personenautos pro 1.000 Einwohner sei für Österreich eine Größenordnung erreicht, die "ökonomisch und ökologisch an eine Obergrenze stößt".
Viele Österreicher würden ihr Auto mit Autonomie verwechseln, so der Umweltbeauftragte der Diözese Gurk. Doch diese Vorstellung erweise sich durch ständige Staus, Co2- und Feinstaubbelastung immer deutlicher als irrig. "Durch das Fasten erleben die Menschen, dass sie nicht abhängig sind vom Essen, vom Trinken oder eben vom eigenen Auto", so Sandriesser. Autofasten weise dem Auto wieder seinen Platz zu: als ein Mittel zum Zweck, und nicht als Selbstzweck, so der kirchliche Umweltexperte.
Großes Echo
Die Aktion Autofasten wird in allen Bundesländern von der katholischen und der evangelischen Kirche gemeinsam durchgeführt. Nationale und regionale Verkehrsunternehmen unterstützen die Initiative.
In Salzburg etwa bieten viele Gemeinden für ihre Bürger vergünstigte Tickets an. "In den teilnehmenden Gemeinden erhalten all jene, die eine Jahreskarte kaufen, während des Aktionszeitraumes 10 Prozent des Kaufpreises erstattet", berichtet der Umweltbeauftragte der Erzdiözese Salzburg, Johann Neumayer. "I stieg um uf da Bus", heißt es seit Aschermittwoch auch in Vorarlberg. Wer im Ländle "autofastet", erhält einen Mobilitätspass, in dem die Fahrtstrecken in der Fastenzeit dokumentiert werden können.
Einer der Mentoren der Aktion ist der Wiener Weihbischof Franz Scharl. Er übt sein Amt nicht nur in der Fastenzeit ohne eigenes Auto aus. Der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer bezeichnete bei der Eröffnung der Aktion den umweltzerstörenden Umgang mit den Ressourcen als "massive Ungerechtigkeit gegenüber den Kindern". Die Kirche wolle dazu anregen, den eigenen Lebensstil zu hinterfragen.
In Linz radelten der Umweltsprecher der Diözese, Prof. Michael Rosenberger, und die Präsidentin der Katholischen Aktion, Margit Hauft, sowie der evangelische Superintendent Gerold Lehner und der evangelische Umweltbeauftragte Ernst Huber auf zwei Tandems durch die Innenstadt und machten so Werbung für autofreie Mobilität.
Spitzenreiter bei der Teilnahme ist die Steiermark. Hemma Opis-Pieber, Umweltbeauftragte der Diöese Graz-Seckau, führt das große Interesse einerseits auf die hohe Feinstaubbelastung im Grazer Becken zurück, andererseits auf die gute Kooperation mit den Verkehrsbetrieben.
Die Aktion "Autofasten - Heilsam in Bewegung kommen" dauert bis 22. März. Interessierte können sich auch jetzt noch anmelden und bis zur Karwoche die Gelegenheit zum "Autofasten" wahrnehmen. Sandriesser belegte an Hand von Umfragergebnissen die Langzeitwirkung der Aktion: Mehr als zwei Drittel aller Teilnehmer gaben an, auch nach der Fastenzeit das Auto so oft wie möglich stehen lassen zu wollen. (Informationen: www.autofasten.at)