Caritas: "Sehen in täglicher Arbeit, dass Armut wächst"
Wien, 28.2.08 (KAP) Für die rasche Reform des Sozialhilfewesens in Österreich hat sich der Wiener Caritasdirektor Msgr. Michael Landau ausgesprochen. "Wir sehen in unserer täglichen Arbeit, dass die Armut in Österreich wächst. Immer mehr Menschen sind auf Überbrückungshilfen angewiesen, weil sie sich die steigenden Kosten für Wohnen, Energie und Lebensmittel nicht mehr leisten können", stellte Landau am Donnerstag fest. Mit Einmalzahlungen sei es nicht getan: "Die Betroffenen brauchen nachhaltige Hilfe und die kann nur durch strukturelle Änderungen geschehen. Einer der wesentlichen Hebel ist und bleibt die Sozialhilfe".
Mehr als eine Million Menschen in Österreich sind arm; "und das ist keine Caritas-Zahl, sondern offizielle Statistik", betonte Landau. Rund 42.000 Menschen nehmen in Österreich jährlich die Hilfe der Caritas-Sozialberatungsstellen in Anspruch, die neben der Beratung auch finanzielle Überbrückungshilfen bieten. "Aber wir können immer nur die letzte Anlaufstelle sein, wenn alle anderen Netze reißen", so der Wiener Caritasdirektor.
Die Caritas fordert die Umsetzung einer bedarfsorientierten Mindestsicherung, damit Menschen in Österreich nicht zu Bittstellern degradiert werden, wenn sie mit ihrem Einkommen nicht auskommen. "Auch wenn noch eine Reihe von Fragen offen sind, muss die Diskussion im Interesse der Betroffenen jetzt rasch zu einem guten Abschluss gebracht werden", so Landau.