Wolfgang Rank ist neuer Präsident des Kath. Laienrates
Wien, 10.3.08 (KAP) Der Katholische Laienrat Österreichs (KLRÖ) hat mit Wolfgang Rank einen neuen Präsidenten. Rank wurde bei der jüngsten Vollversammlung des KLRÖ in Wien gewählt und folgt auf Rudolf Schwertner, der das Amt seit 2004 inne hatte. Rank war bereits von 2000 bis 2004 Präsident des KLRÖ.
Im Gespräch mit "Kathpress" benannte der neue Präsident einige Schwerpunkte für seine kommende Amtszeit. Das betreffe zu einem die Stellung der Laien in der Kirche, zum anderen aber auch deren Engagement in der Gesellschaft. Es gebe eine Fülle von Themen, vom Lebens- und Klimaschutz bis zum Ethikunterricht, wo der KLRÖ seine Stimme erheben müsse. Mit besonderer Sorgfalt werde man auch alle Entwicklungen in der Europäischen Union verfolgen, da hier zunehmend Entscheidungen getroffen würden, die dann auch alle einzelnen Länder betreffen.
Rank, Jahrgang 1942, verheiratet und Vater von vier Kindern, unterrichtete am katholischen Gymnasium Sachsenbrunn (Niederösterreich) Latein, Griechisch und Englisch. Er kommt spirituell aus den "Gemeinschaften Christlichen Lebens" (GCL) und ist seit vielen Jahren auch in seiner Heimatpfarre Kirchberg am Wechsel als Kommunionspender, Lektor und Kantor tätig. Er war über viele Jahre in der Personalvertretung seiner Schule aktiv und als niederösterreichischer Landesobmann der "Vereinigung Christlicher Lehrer" engagiert.
Laienrat geht auf Zweites Vatikanisches Konzil zurück
Die Einrichtung des Katholischen Laienrats geht auf das Zweite Vatikanische Konzil zurück und umfasst das ganze Spektrum des Laienapostolates. Der Laienrat gliedert sich in fünf "Kurien": Katholische Aktion, Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände, spirituelle Bewegungen, Diözesen und Einzelpersonen. Zu den Aktivitäten des KLRÖ zählt das alljährliche "Forum Ostarrichi", das Ende August zu aktuellen Themen in Neuhofen an der Ybbs stattfindet und zu dem seit Beginn immer auch kirchlich engagierte Laien aus ostmitteleuropäischen Ländern eingeladen sind.
Caritas-Präsident fordert legale Immigrationsmöglichkeiten nach Europa
Caritas-Präsident Franz Küberl forderte bei der Vollversammlung des Laienrats legale Immigrationsmöglichkeiten nach Europa. Es gehe dabei auch um eine Entlastung des völlig überforderten Asylbereiches. Küberl warnte davor, die konkrete Problemlösung im Bereich Migration den Transit- oder Herkunftsländern aufbürden zu wollen. Vor der EU-Ostgrenze etwa stünden große Lager "mit katastrophalen Lebensbedingungen", wo Menschen aus Krisengebieten leben müssten.
In den Lagern biete die Caritas neben humanitärer Unterstützung soziale und medizinische Hilfe sowie vor allem rechtliche Beratung und Betreuung: "Wir versuchen, eine raschere und faire Abwicklung der Asylverfahren zu erreichen, und schulen mittlerweile nicht nur Juristen anderer NGOs, sondern auch Richter, Asylbehörden und Grenzbeamte".
Gefahr der Abschottung für die Ukraine
Trotz der Nähe zur EU und trotz dieser Bemühungen bestehe aber für die Ukraine und andere Länder die Gefahr, infolge strengerer Grenzkontrollen im Zeichen von "Schengen" stärker als bisher von ihren westlichen Nachbarn abgeschnitten zu werden; von den Menschen werde das angesichts der Freizügigkeit in "sozialistischer" Zeit als besonders gravierend empfunden. Die Bedrohung, plötzlich einer "Festung Europa" gegenüberzustehen, erscheine "angesichts von Plänen zur verpflichtenden Abgabe von Fingerabdrücken bei Einreise in die EU als sehr real".
Brüssel versuche zwar, über das im Jahr 2004 begründete Konzept einer europäischen Nachbarschaftspolitik, die Entstehung neuer Trennlinien zwischen der erweiterten EU und deren Nachbarn zu verhindern. Die EU biete eine sogenannte "privilegierte Beziehung" an, die auf dem gegenseitigen Bekenntnis zu gemeinsamen Werten - Demokratie und Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, gute Regierungsführung, marktwirtschaftliche Prinzipien und nachhaltige Entwicklung - basiere.
"friendly neighbourship"
Dieses Konzept der "friendly neighbourship" gegenüber den Nachbarn der EU-Länder müsse aber "ein aktives sein", forderte Küberl. Es müsse im Gegensatz zu Abschottungstendenzen der Festung Europa stehen. Eine EU, die sich abkapsle und nicht aktiv auf die Nachbarländer zugehe, würde "sich aufgeben", warnte Küberl: "Die EU kann nicht im Inneren wachsen und reifen, ohne dabei nicht auch Verantwortung für die Nachbarländer und eine Rolle in der Weltpolitik zu übernehmen".
Abschließend verwies der Caritas-Chef auf die Erfahrungen aus der internationalen Entwicklungszusammenarbeit, die man unbedingt für die "Osthilfe" übernehmen solle. Die Caritas könne vor dem Hintergrund langjähriger diesbezüglicher Tätigkeit "Brüssel nur raten, die konkreten Projekte und Förderziele auch tatsächlich gemeinsam mit Partnern an Ort und Stelle zu entwerfen und nicht in den Restaurants von Brüssel.
