Mit neuem Sportpreis soll Integration gefördert werden
Wien, 11.3.08 (KAP) Mit dem neu geschaffenen "Integrationspreis Sport 2008" soll die Bedeutung des Sports für die Integration von Migranten in Österreich gefördert werden. Integration sei eine der wichtigsten Aufgaben des Sports überhaupt, so Sport-Staatssekretär Reinhold Lopatka bei der Präsentation des Preises in Wien. Dabei habe er nicht nur den Spitzensport im Blick, sondern vor allem auch den täglichen Breitensport, "in unzähligen Vereinen und auf unzähligen Sportplätzen unseres Landes". Ausgezeichnet werden die besten sportlichen Aktivitäten, Veranstaltungen und Projekte, die der Integration dienen. Unterstützt wird die Aktion auch von der Caritas der Erzdiözese Wien. Caritasdirektor Msgr. Michael Landau betonte bei der Präsentation, dass Zuwanderung als Chance wahrgenommen und alles mögliche getan werden müsse, damit Integration gelingt. Der Sport sei hier ein gutes Beispiel, so Landau: "Sport verbindet, er baut Grenzen und Vorurteile ab".
Aus der täglichen Arbeit der Caritas wisse er, so Landau, dass Integration möglich und gelungene Integration für alle Beteiligten ein Gewinn ist. Österreich könne davon profitieren, "wenn wir die Talente und Kompetenzen der Menschen, die zu uns kommen, als Chance sehen und nutzen". Im Sport gelinge das bereits. Darum halte er den "Integrationspreis Sport" für eine sinnvolle und wichtige Initiative, die von der Caritas auch gerne unterstützt wird, betonte Landau.
Eine Gesellschaft sei erst dann integer, wenn sie es schafft, dass Migranten nicht mehr zum Rand, sondern zur Mitte gehören. Landau: "Ein Weg dafür ist der Sport, darum freue ich mich über diesen Preis, und ich freue mich auf die Fußball-Europameisterschaft 2008, die ein Stück Buntheit und Vielfalt als Freude und Reichtum sichtbar machen wird."
Der Integrationspreis Sport wird heuer zum ersten Mal vergeben und vom Verein zur Förderung der Integration durch den Sport getragen. Wie der Obmann des Vereins, Harald Himmer, bei der Präsentation sagte, gehe es ihm besonders um ein Miteinander im Sport statt einem Nebeneinander. Ihm seien Sportvereine, in denen Migranten gemeinsam mit Österreichern spielen lieber als Mannschaften, die ausschließlich aus Menschen mit Migrationshintergrund bestehen, so Himmer.
Unterstützt wird der Preis auch vom Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF). Sport könne vor allem bei der Integration von jungen Menschen und Frauen unschätzbare Dienste leisten, so ÖIF-Geschäftsführer Alexander Janda.
Prominente Fürsprecherin für den Preis ist auch die mehrfache Schwimm-Europameisterin Mirna Jukic. Die aus Kroatien stammende Spitzenschwimmerin berichtete über ihren Weg der Integration in Österreich, der vor achteinhalb Jahren seinen Anfang nahm. Der Sport habe ihr beispielsweise geholfen, sprachliche Barrieren besser zu überwinden, so Mirna Jukic, die sich in Österreich nach eigenen Angaben sehr wohl fühlt und seit Mai 2000 auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt. Sie werde ihre kroatische Heimat natürlich nie vergessen, so die Schwimmerin, zugleich fühle sie sich aber schon auch als Österreicherin. Mirna Jukic: "Der Sport kann Welten zusammenführen. Das beste Beispiel ist die österreichische Schwimm-Nationalmannschaft mit vielen Sportlern mit Migrationshintergrund".
Im Mai werden erstmals vier Preise im Wert von jeweils 3.000 Euro vergeben. Die Jury - der u.a. Caritasdirektor Landau, Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Trixi Schuba und der Präsident der Bundes-Sportorganisation, Peter Wittmann, angehören - wählt die vier besten Projekte aus. Eingereicht werden könne Projekte von Schulen und Sportvereinen wie auch Privatinitiativen. Einsendeschluss ist der 1. Mai. (Informationen: Internet: www.sport.austria.gv.at oder www.integrationsfonds.at).