Palmsonntag: Erinnerung an Jubel und Leid
Wien, 16.3.08 (KAP) Die Passion Jesu endet nicht in Verzweiflung, sondern in der Hoffnung und in der Zuwendung zu allen Leidenden, betonte Kardinal Christoph Schönborn beim Palmsonntags-Gottesdienst im Wiener Stephansdom. In der Besinnung auf die Passion Jesu werde am Palmsonntag aller Leidenden, aller Opfer der Gewalt, aller Kranken gedacht. Wörtlich sagte Kardinal Schönborn in diesem Zusammenhang: "Heute denken wir mit besonderer Sorge an die beiden in Nordafrika entführten Österreicher Andrea Kloiber und Wolfgang Ebner".
Jahr für Jahr erinnern sich die Christen an die Leidensgeschichte Jesu, weil "dieser Leidende Gottes Sohn war", betonte der Wiener Erzbischof. Diese Erinnerung sei eine Einladung, das Herz "auf alles Leid hin zu öffnen", weil Gottes Sohn es "durchlitten und verwandelt hat".
Vor dem Palmsonntags-Gottesdienst hatte der Wiener Erzbischof die traditionelle Palmprozession zur Dreifaltigkeitssäule auf dem Graben geführt. Mit dieser Prozession erinnert die Kirche an den feierlichen Einzug Jesu in Jerusalem. Kardinal Schönborn verwies darauf, dass dieser Einzug nach dem Bericht der Heiligen Schrift "bescheiden" erfolgt ist: "Jesus geht nicht den Weg der Macht, sondern den Weg der Liebe". Am Gründonnerstag, bei der Einsetzung der Eucharistie, habe Jesus endgültig gezeigt, wie er König ist, "nicht mit äußerer Macht, sondern als 'König der Herzen'".
