Linzer Bischof Schwarz hofft auf Weihbischof im September
Linz, 26.3.08 (KAP) Für ein Ende der Debatte rund um den Bau von Minaretten in Österreich hat sich der Linzer Bischof Ludwig Schwarz ausgesprochen. In einem Interview für die aktuelle Ausgabe der "Kirchenzeitung der Diözese Linz" erinnerte Schwarz daran, dass der Islam in Österreich seit 1912 eine staatlich anerkannte Religionsgemeinschaft sei. Die Muslime hätten daher auch das Recht, Gotteshäuser zu bauen, so Schwarz: "Wir erwarten ja auch, dass wir in islamischen Ländern Kirchen bauen dürfen. Auch wenn man uns dort nicht immer entgegenkommt, müssen wir doch dabeibleiben, die Religionsfreiheit bei uns zu leben. Die Frage der Minarette ist nicht das Wichtigste".
In dem Interview nahm Bischof Schwarz auch zur Sorge um den Priestermangel Stellung. Lösungsansätze wie die Aufhebung des Zölibats oder die Zulassung von "bewährten verheirateten Männern" (viri probati) zur Priesterweihe seien strukturelle Änderungen, deren Effizienz zu hinterfragen sei. Jedenfalls könnten solche Veränderungen weder durch einen einzelnen Bischof noch durch eine Bischofskonferenz herbeigeführt werden, stellte Schwarz klar: "Das könnte nur der Papst zusammen mit den Bischöfen der Weltkirche beschließen. So ist es ja auch bei der Wiedereinführung des Ständigen Diakonats vor sich gegangen".
Für die gegenwärtige Situation sei es von größerer Wichtigkeit, so der Bischof, "dass es in den Herzen vieler Menschen zu einer geistlichen Erneuerung, zur Umkehr und Hinwendung zu Gott kommt". Es brauche eine Vertiefung des Glaubens. Zu einem solchen Aufbruch wolle er ermutigen, so der Bischof.
Zur Frage, wann er mit der Ernennung eines Weihbischofs für die große Diözese Linz rechne, zeigte sich Schwarz hoffnungsvoll, dass es schon im September so weit sein könnte. Welche besonderen Aufgaben dem neuen Weihbischof dann zukommen, hänge stark von dessen Person ab, so Schwarz. Wichtige Aufgabenfelder seien aber etwa Jugend, Bildung und geistliche Berufe.