Kärntner Schulprojekt hilft Kenias Straßenkindern
Klagenfurt, 28.3.08 (KAP) Ein von Kärnten aus betriebenes Schulprojekt soll Straßenkindern in Kenia jetzt "neue Hoffnung" geben, wie der frühere Caritas-Mitarbeiter und "Nachbar in Not"-Koordinator Peter Quendler bei einem Pressegespräch in Villach sagte. Quendler hatte bereits im August 2007 die erste derartige Schule für 700 Straßenkinder in den Slums von Nairobi initiiert, bald darauf hatte er zusammen mit Schwester Lydia Pardeller schon das nächste Projekt vor Augen. Nur acht Kilometer von der ersten sollte die zweite Schule "Neue Hoffnung" erbaut werden. Der Grundstein konnte mit dem Kauf des Grundstücks im Herbst 2007 gelegt werden. Derzeit befindet sich diese Schule im Bau und kann voraussichtlich im heurigen Sommer eröffnet werden.
Mit der Errichtung eines Gebäudes sei es aber nicht getan, betonte Quendler: "Die Kinder müssen auch nach der Fertigstellung mit Kleidung, Nahrung sowie Schulmaterial versorgt werden". Durch eine Patenschaft um 20 Euro im Monat sei es möglich, ein Kind zu versorgen und so auf ein selbständiges Leben vorzubereiten. Damit würden vielen die Chance auf ein besseres Leben haben. "Mit wenig Geld viel bewirken", lautet der Leitsatz von Peter Quendler, mit dem er die Kärntner abermals um Spenden bitten möchte.
Auch die Villacher Bürgermeistergattin Heidi Manzenreiter ist eine Förderin des Projekts: "Ich möchte mithelfen, den afrikanischen Kindern eine Chance auf Bildung zu ermöglichen, deswegen habe ich die Patronanz für die neue Schule übernommen", sagte sie bei dem Pressegespräch. Stephan Bruckmeier, Theatermacher und Mitwirkender beim Carinthischen Sommer, wird sich - wie er ankündigte - persönlich vor Ort engagieren: Er werde für zwei Monate nach Nairobi reisen und mit den Straßenkindern eine Plattform erarbeiten, wo sie spielerisch lernen sollen, über sich selbst zu sprechen. Ähnliche Erfahrungen konnte Bruckmeier bereits in der ostafrikanischen Republik Mocambique sammeln. "Theaterprojekte eigen sich oft in wunderbarer Weise, um schwierige Themen wie HIV-Neuinfektionen, die medizinische Versorgung oder das Problem von Malaria aufzugreifen und den Menschen verständlich zu machen", sagte Bruckmeier.
Die Lage in den Slums von Nairobischilderten die Proponenten als dramatisch: Dicht aneinandergedrängt stünden Hütten aus Pappe und altem Wellblech zwischen Müllhaufen, in denen Kinder nach Brauchbarem wühlen. Viele junge Mütter würden versuchen, durch Prostitution ihr Überleben und das ihrer Kinder zu sichern. Arbeitslosigkeit und Kriminalität seien hoch, grundlegende Sozial- und Bildungseinrichtungen fehlten ebenso wie Wohnungen und Gesundheitsversorgung, gesundes Wasser sei rar. (Spenden: Kto. Nr. Raiffeneisen-Landesbank Kärnten 1003508, BLZ 39000, Kennwort "Schule Kenia".