Statistik zu Zahl der Katholiken und Muslime relativiert
Vatikanstadt, 30.3.08 (KAP) Als klassischer "Schuss ins Knie" werden die Aussagen des für das Statistische Zentralbüro der Kirche verantwortlichen Msgr. Vittorio Formenti bezeichnet, wonach es heute mehr Muslime als Katholiken gebe. Formenti hatte in der Sonntagsausgabe des "Osservatore Romano" erklärt, im Jahr 2006 habe es rund 1,1 Milliarden Katholiken, aber 1,3 Milliarden Muslime gegeben. Seine Aussage ging rund um die Welt, obwohl er sie im Interview selbst relativierte. Formenti verwies darauf, dass die Katholikenzahl systematisch mit Fragebögen über die päpstlichen Vertretungen weltweit ermittelt werde (wobei allerdings in manchen Ländern als Katholiken nur jene Getauften gezählt werden, die regelmäßig am kirchlichen Leben teilnehmen). Die Angaben zur Zahl der Muslime stützten sich dagegen auf Schätzungen (angefangen von der grundsätzlichen Schwierigkeit der Feststellung, wer Muslim ist).
Offensichtlich war es Formenti darum gegangen, seine Zentralaussage zu transportieren: "In muslimischen Familien gibt es viele Kinder, christliche Familien tendieren dazu, immer weniger Kinder zu haben". Mit seinen Äußerungen habe der vatikanische Statistiker aber unfreiwillig der islamistischen Propaganda Material geliefert, hieß es unter den "Vaticanisti".
Mit seinen Zahlen bezifferte Formenti den Anteil der Katholiken an der Weltbevölkerung auf 17,4 Prozent, den der Muslime auf 19,2 Prozent. Der Anteil der Christen insgesamt an der Weltbevölkerung betrage 33 Prozent.