Katholische Frauenbewegung für Bleiberecht
St. Pölten, 13.4.08 (KAP) Die Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö) hat sich bei ihrer Vollversammlung in St.Pölten neuerlich für die Einführung eines humanitären Bleiberechts - "nicht als Gnadenakt, sondern als Rechtsanspruch" - ausgesprochen. Sie fordert die Bundesregierung auf, entsprechend dem Menschenrecht auf Achtung des Privat- und Familienlebens integrierten Asylwerberinnen und -werbern ein rechtsstaatliches Verfahren zum Erlangen eines Aufenthaltstitels zu ermöglichen. Die Haltung von Innenminister Günther Platter widerspricht nach Ansicht der kfbö den Prinzipien einer christlichen Politik und der propagierten Familienförderung der Regierung. Wer sich zu einer Politik bekennt, die Familien besonders unterstützen will, dürfe auch ausländische Familien nicht auseinander reißen, da "der Wert der Familie nicht von der Staatsbürgerschaft abhängt".
Als Beweis für konkrete Familienförderung sollte nach Ansicht der Katholischen Frauenbewegung Österreichs auch ein Rechtsanspruch auf bezahlte Karenzzeit für berufstätige Väter in den ersten Wochen nach der Geburt des Kindes rasch eingeführt werden. Dieser sogenannte "Papa-Monat" könnte z.B. vorerst durch ein Vorziehen der jetzt bereits möglichen Kinderbetreuungszeit finanzierbar sein. Die kfbö sieht in diesem Vaterschutzmonat eine gute Möglichkeit, tradierte Rollenbilder aufzubrechen und partnerschaftliche Betreuungs-, Pflege- und Erziehungsarbeit einzuüben.
Die Einführung eines verpflichtenden Ethikunterricht für Jugendliche, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, ist für die Katholische Frauenbewegung Österreichs dringend notwendig. Denn die Auseinandersetzung mit Werten könne helfen, entscheidende Lebensfragen zu bewältigen, und das Miteinander verschiedener Kulturen und Religionen fördern.