D: Stammzellenentscheidung "ethische Bankrotterklärung"
Wien, 16.4.08 (KAP) Die "Aktion Leben" ist "zutiefst betroffen" über die Entscheidung des deutschen Bundestags, den Stichtag für die Gewinnung embryonaler Stammzellen zu "Forschungszwecken" auf 1. Mai 2007 zu verschieben. Bisher durften deutsche Forscher nur embryonale Stammzellen beforschen, die vor dem 1. Jänner 2002 im Ausland entstanden waren. Für "Aktion Leben"-Generalsekretärin Martina Kronthaler kommt das Abstimmungsergebnis in Deutschland einer "ethischen Bankrotterklärung" gleich. "Hier wurde aus sachlich nicht nachvollziehbaren Gründen eine Türe aufgestoßen, die man kaum mehr zubekommen wird", befürchtet die Generalsekretärin der "Aktion Leben"-Österreich. Auch in Österreich habe es zuletzt einen Vorstoß seitens der Politik gegeben, die Gewinnung embryonaler Stammzellen für die Forschung zuzulassen. Die "Aktion Leben" fordere ein Verbot der embryonalen Stammzellenforschung. Stattdessen sollte die ethisch unbedenkliche Forschung mit adulten Stammzellen und sogenannten induziert pluripotenten Stammzellen gefördert werden
Die Forschung an embryonalen Stammzellen sei abzulehnen, weil dafür unweigerlich Embryonen zerstört werden müssen. Embryonale Stammzellenforschung sei aber nicht nur "aus ethischer Sicht mehr als fragwürdig", betonte Martina Kronthaler: "Nach zehn Jahren kostenintensiver Forschung gibt es keine einzige Therapie mit embryonalen Stammzellen - geschweige denn eine einzige klinische Studie am Menschen". In Deutschland hätten sich offensichtlich jene Kräfte durchgesetzt, "die sich nicht eingestehen wollen, dass sie aufs falsche Pferd gesetzt haben", erklärte die Generalsekretärin von "Aktion Leben"-Österreich.
"Halbe Wahrheiten"
"Unter dem Deckmantel der Forschungsfreiheit soll hier ein Wissenschaftszweig weiter forciert werden, hinter dem zwar große wirtschaftliche Interessen stecken, der aber dennoch in eine Sackgasse führt", sagte Martina Kronthaler. Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass die Lobby der embryonalen Stammzellenforschung seit Jahren "mit halben Wahrheiten" agiere. So sei jede embryonale Stammzelle eine potenzielle Tumorzelle, ein therapeutischer Einsatz am Menschen sei auch in Zukunft nicht vorstellbar, zitierte Martina Kronthaler den Wiener Molekularpathologen Prof. Lukas Kenner.