Kritik an Europarat-Initiative: "Dämpfer für Lebensschutz"
Österreichs (KFÖ) übt scharfe Kritik am Beschluss der parlamentarischen Versammlung des Europarats für ein "Recht auf sicheren und legalen Zugang zur Abtreibung". Die Straßburger Entscheidung sei "eine Ohrfeige für alle, die sich für den Schutz des Lebens vom Beginn bis zu seinem natürlichen Ende einsetzen", so der KFÖ am Freitag in einer Presseaussendung.
Auch wenn der Schwangerschaftsabbruch in einem bestimmten Rahmen in Österreich straffrei ist, könne daraus keinesfalls ein allgemeines "Recht auf Abtreibung" abgeleitet werden, kritisierte KFÖ-Präsident Johannes Fenz. Er forderte "positive Zeichen für Schwangere in Not", wie einen staatlicher Schwangerenfonds, ein besseres Netz an Beratungsstellen sowie eine Hinweispflicht der Ärzte auf Hilfs- und Beratungseinrichtungen bei der Beratung vor einem geplanten Schwangerschaftsabbruch.
Fenz: "Die Mitgliedsstaaten des Europarates sollten sich konkrete Hilfsangebote für schwangere Frauen in Not überlegen, statt bei der Rechtsdebatte über den Schwangerschaftsabbruch stehen zu bleiben". Obwohl die Entschließung des Europarats für die Mitgliedsstaaten nicht rechtsverbindlich ist, befürchtet Fenz, dass der Beschluss zu einer Verharmlosung von Abtreibung führen wird "und wahrscheinlich zu einer Zunahme der Zahl der Schwangerschaftsabbrüche, gegen die sich die Resolution selbst ausspricht".
Aktion Leben
Wien, 18.4.08 (KAP) Die "Aktion Leben" hat sich am Freitag "bestürzt" darüber gezeigt, dass ihr Protest wie der vieler anderer Organisationen ungehört blieb und die Parlamentarische Versammlung des Europarats den Mitgliedsstaaten empfiehlt, das "Recht auf Abtreibung" zu garantieren. Frauen sollen medizinisch und menschlich bestmöglich betreut werden, dazu brauche es aber kein "Recht auf Abtreibung", betonte die "Aktion Leben". In Österreich seien Schwangerschaftsabbrüche gemäß Paragraf 96 grundsätzlich verboten, Paragraf 97 sehe unter bestimmten Bedingungen Straffreiheit vor. Damit sei festgeschrieben, "dass Abtreibungen als Unwert zu behandeln und möglichst zu vermeiden sind", so die "Aktion Leben". Das Recht des Kindes auf Leben werde gewürdigt, "gleichzeitig wird der schwierigen Lebenssituation von Frauen Rechnung getragen".
Die Generalsekretärin der "Aktion Leben", Martina Kronthaler, erinnerte daran, dass auch der Europarat die Überzeugung teile, wonach Abtreibungen möglichst zu vermeiden sind und Schwangerschaftsabbrüche unter keinen Umständen Mittel der Familienplanung sein können. Schwangerschaftsabbrüche durch ein "Recht auf Abtreibung" zu verharmlosen, sei sicherlich der falsche Weg, betonte Martina Kronthaler. Zu befürchten sei, dass das Lebensrecht des Embryos durch die umfassende "Liberalisierung" des Schwangerschaftsabbruchs "vollständig aufgehoben" wird.
Die "Aktion Leben" appelliere einmal mehr an die Politik, mehr Anstrengungen zu unternehmen, um die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche zu reduzieren. Wichtig seien zum Beispiel mehr Bewusstseinsarbeit, der Ausbau von verantwortungsvoller, persönlichkeitsbildender Sexualerziehung, wirksame finanzielle Hilfen für Schwangere und Werbung für Schwangerenberatung.
