Plassnik: "Lage der Christen im Irak besorgniserregend"
Wien, 19.4.08 (KAP) Auch die österreichische Außenministerin Ursula Plassnik hat die Lage der Christen im Irak als "besorgnis erregend" bezeichnet. Sie begrüße es, dass sich die EU-Innenminister mit der immer bedrohlicheren Lage der irakischen Christen befasst haben, betonte die Außenministerin aus Anlass der Diskussion beim Treffen der Innen- und Justizminister der EU-Staaten in Luxemburg. Plassnik erinnerte daran, dass sich die Zahl der Christen im Irak seit 2003 nach nicht verifizierten Zahlenangaben "halbiert" habe.
Eine Rückkehr christlicher Flüchtlinge in den Irak gebe es, wie das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR erst kürzlich bestätigt habe, so gut wie überhaupt nicht, sagte Plassnik. Die Ministerin hat auch den Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Moussa, bei seinem kürzlichen Besuch in Wien auf dieses Thema aufmerksam gemacht.
Die Ministerin beabsichtigt, die Frage der christlichen Irak-Flüchtlinge auch im Rahmen ihres bevorstehenden Besuches in der Türkei zu erörtern. Auch in der Türkei haben zahlreiche christliche Flüchtlinge aus dem Irak Zuflucht gefunden. Für die Betreuung sind zumeist die Ortskirchen in der Türkei zuständig.
Ursula Plassnik wird im Zuge ihres Besuches in der Türkei auch mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. im Phanar in Istanbul zusammen treffen. Die Türkei trete für den "Dialog der Zivilisationen" ein, erinnerte die Außenministerin. Ankara werde "sich zunehmend der Tatsache bewusst, dass ein solcher Dialog allen Beteiligten die Bereitschaft abverlangt, adäquate Voraussetzungen für religiösen und weltanschaulichen Pluralismus zu schaffen". Hievon zeugten die - allerdings noch nicht abgeschlossenen - Bemühungen der türkischen Regierung um eine Verbesserung der Rechtsstellung der Stiftungen ("vakf") nichtmuslimischer Religionsgemeinschaften und das jüngste Urteil des obersten Berufungsgerichtes der Türkei zur Frage der Namensänderung im Falle eines Religionswechsels.(