Neuer Nuntiaturrat an der Nuntiatur in Wien
Vatikanstadt, 2.5.08 (KAP) Msgr. Christoph Kühn, Leiter der deutschsprachigen Abteilung im Päpstlichen Staatssekretariat, wechselt zum 1. Juli an die Apostolische Nuntiatur in Wien. In Wien übernimmt er die Aufgaben eines Nuntiaturrats. Seit Dezember 2001 stand der 44-jährige Priester der Diözese Eichstätt an der Spitze der deutschsprachigen Abteilung in der Ersten Sektion des Staatssekretariates. Davor war der promovierte Kirchenrechtler, der dem Diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls seit 1997 angehört, an den Apostolischen Nuntiaturen in Zimbabwe, Zambia und Malawi tätig. Mit der Ernennung eines Nachfolgers für Kühn im Staatssekretariat wird in Kürze gerechnet.
Im Staatssekretariat war Kühn unter Johannes Paul II. und dann unter Benedikt XVI. für die Belange der deutschsprachigen Länder zuständig. Mit den kirchlichen, politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen in seinem neuen Betätigungsbereich ist er daher gut vertraut. Kühn war bei der Vorbereitung des Mitteleuropäischen Katholikentages 2003/2004 beteiligt. Er begleitete den damaligen Kardinal-Staatssekretär Angelo Sodano nach Mariazell, als dieser den erkrankten Johannes Paul II. bei der "Wallfahrt der Völker" mit mehr als 100.000 Gläubigen aus Österreich und den Nachbarländern vertrat. Im September 2007 gehörte er zur offiziellen Delegation, die Papst Benedikt XVI. bei dessen Pastoralreise nach Wien, Mariazell und Heiligenkreuz begleitete. Schon bei den Papst-Visiten 2004 nach Bern sowie 2005 zum Weltjugendtag in Köln und ein Jahr später in Bayern war Kühn im Gefolge des Papstes mit dabei. 2004 erhielt der Vatikandiplomat das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich; andere Auszeichungen folgten.
In seiner fast siebenjährigen Tätigkeit in Rom war Kühn unter anderem für die Mitgestaltung des deutschsprachigen Teils der wöchentlichen Generalaudienzen des Papstes zuständig. Während seiner Amtszeit und im Zuge des Pontifikatswechsel wurde die deutschsprachige Abteilung des Staatssekretariats personell verstärkt. Kühn fungierte auch als Koordinator der Gemeinschaft der deutschsprachigen Mitarbeiter an der vatikanischen Kurie. Er feierte immer wieder Gottesdienste mit Pilgern aus den deutschsprachigen Ländern undhielt Vorträge für Besuchergruppen.
Kühn, 1963 in Datteln geboren, studierte an der Katholischen Universität Eichstätt und empfing 1990 in Eichstätt die Priesterweihe. Nach Kaplansjahren in Wemding, Neumarkt und Greding setzte er 1993 seine Studien in Rom fort. Er absolvierte die Päpstliche Diplomaten-Akademie, wurde in Kirchenrecht promoviert und erwarb das Lizentiat im Völkerrecht. 1997 wurde er zum Monsignore ernannt.