Langjähriger KA-Mitarbeiter Josef Petrik verstorben
Wien, 5.5.08 (KAP) Josef Petrik, eine der prägenden Gestalten der Katholischen Aktion in Österreich, ist im 80. Lebensjahr in Wien verstorben. Als langjähriger Vorsitzender des Katholischen Familienwerkes Österreich gab er vor allem der pfarrlichen Ehe- und Familienpastoral wesentliche Impulse. Zuvor war Petrik als Zentralsekretär der Katholischen Jungschar auch Mitbegründer der Dreikönigsaktion gewesen. Petrik war mit der im vergangenen November verstorbenen Eva Petrik verheiratet, die viele Jahre als Präsidentin der Katholischen Aktion Österreich wirkte. Der Ehe entstammen vier Töchter.
Nach dem Studium der Mathematik und Physik war Josef Petrik 1953 als Wiener Diözesansekretär der Katholischen Jungschar in den kirchlichen Dienst getreten. Ein Jahr später wechselte er auf die Bundesebene. Ab 1956 übte Josef Petrik seinen erlernten Beruf als Lehrer aus. 1965 folgte er einer Berufung an den Wiener Stadtschulrat als Personalreferent. Bis zu seiner krankheitsbedingten Pensionierung im Jahr 1984 war er in der Aus- und Fortbildung von Lehrern tätig.
Parallel dazu entfaltete sich sein ehrenamtliches Engagement in der Katholischen Aktion: 1973 wurde Petrik Vorsitzender des Katholischen Familienwerkes (KFWÖ) und blieb es 18 Jahre lang. In diese Zeit fällt der Ausbau der Ehe- und Familienpastoral in den Pfarren. Ein Schwerpunkt von Petriks Arbeit war die Gründung und Begleitung von Ehe- und Familienrunden, von denen es heute rund 2.000 in Österreich gibt. Petriks Spiritualität war stark von der Bewegung der "Equipes Notre Dame" mitgeprägt.
Josef Petrik war auch auf kommunalpolitischer Ebene aktiv. Während der sechziger Jahre war er Mitglied der Bezirksvertretung im Wiener Bezirk Währing. Er initiierte u.a. die Wiederbelebung des Bezirksmuseums. Sein Wirken fand vielfache staatliche und kirchliche Anerkennung, er wurde u.a. mit dem Titel "Hofrat" und dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet.
Einsatz für "lebensnahe Ehespiritualität"
Das "Forum Beziehung, Ehe und Familie" der Katholischen Aktion hat in einer ersten Stellungnahme den Einsatz Petriks für eine "lebensnahe Ehespiritualität" gewürdigt. Die in im Familienbereich Tätigen hätten an Petrik vor allem seine tiefe christliche Gläubigkeit und den Respekt geschätzt, den er allen entgegen brachte. Die Nähe zu den Menschen und die Achtung vor ihren realen Lebenssituationen habe sein pastorales Bemühen geleitet.
Ein brennendes Thema sei durch viele Jahre die Frage der verantworteten Elternschaft, die Orientierung an den päpstlichen Aussagen und die Gewissensnot bei nicht wenigen Paaren gewesen. Petrik habe sich seiner Kirche zutiefst verbunden gefühlt und das Gespräch mit den Bischöfen und Seelsorgern gesucht. Bestärkt durch die Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) seien ihm Loyalität mit der eigenen Kirche und ökumenische Offenheit für andere christliche Kirchen selbstverständlich gewesen.