Hilfsorganisationen bitten um Hilfe für Myanmar
Wien, 6.5.08 (KAP) Die Caritas bittet um Spenden für die Opfer der verheerenden Wirbelsturm-Katastrophe vom vergangenen Samstag in Myanmar (Burma). Der Hilfsbedarf sei enorm, unterstrich Caritaspräsident Franz Küberl am Dienstag im Blick auf die mehr als 22.000 Toten, hunderttausende Obdachlose, tausende zerstörte Häuser und vernichtete Reisfelder. Noch dazu zähle Myanmar ohnehin zu den ärmsten Ländern der Welt.
Für die Soforthilfe hat die Caritas Österreich zunächst 50.000 Euro zur Verfügung gestellt. Organisiert wird die Versorgung der Opfer mit dem Lebensnotwendigen gemeinsam mit dem internationalen Caritas-Netzwerk sowie der lokalen Hilfsorganisation "Metta Development Foundation". Küberl: "Die Helfer am Ort haben bereits begonnen, Essen und sauberes Wasser zu verteilen. Das tatsächliche Ausmaß der Schäden ist noch gar nicht abschätzbar. Die örtlichen Kommunikationsnetze sind ebenfalls komplett zerstört."
Spenden sind erbeten auf das Caritas-Konto PSK 7,700.004, BLZ 60.000. Kennwort: Myanmar/Burma.
"Jugend Eine Welt" hilft vor Ort
Auch "Jugend Eine Welt", die entwicklungspolitische Jugendorganisation der Salesianer Don Boscos, unterstützt die Opfer des Wirbelsturms aus seinem Notfall-Fonds. "Jeder zusätzliche Euro für die Opfer des Wirbelsturms wird jetzt gebraucht", so Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von "Jugend Eine Welt", am Dienstag.
"Jugend Eine Welt" ist eine der wenigen Organisationen, die schon bisher Projekte in Myanmar unterstützt hat. Die Don Bosco-Hilfsprojekte umfassen Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen für die arme Bevölkerung. Heiserer: "Das staatliche System in Burma versagt in der Bildung und in der Gesundheitsversorgung total - ein Großteil des Staatshaushaltes geht in Militärausgaben."
Die Salesianer Don Boscos sind seit 1939 in Burma/Myanmar. Nach einer Krise 1966/67, in der alle ausländischen Missionare des Landes verwiesen wurden, konnte Mitte der 70er Jahre ein neuer Anlauf genommen werden. Heute arbeiten etwa 50 Salesianer im Norden des Landes in Pfarren und Jugendeinrichtungen.
Spendenkonto "Jugend Eine Welt": PSK 92,083.767, BLZ 60.000, Kennwort: Nothilfe.
Heruntergewirtschaftetes Land
Myanmar gehört zu den ärmsten Ländern Asiens. Die Militärs, die Burma seit 1962 beherrschen, haben das rohstoffreiche Land heruntergewirtschaftet. Wegen anhaltender Menschenrechtsverletzungen steht Myanmar international in der Kritik. Viele Regimekritiker sitzen hinter Gittern.
In dem weitgehend abgeschotteten Vielvölkerstaat leben rund 50 Millionen Menschen. Rund 90 Prozent der Einwohner sind Buddhisten. Die meisten Einwohner Burmas leben von der Landwirtschaft, vor allem vom Reisanbau.
Der Wirbelsturm habe mit Burma ein Land heimgesucht, "in dem ohnehin schon Millionen von Menschen oft kaum das nötigste zum Leben haben", so "Jugend eine Welt"-Geschäftsführer Reinhard Heiserer. Fünf Regionen des Landes wurden zum Katastrophengebiet erklärt.
Mehrere Dörfer dem Erdboden gleich
Besonders betroffen ist das Irawadi-Delta. Dort machte der Wirbelsturm "Nargis" nach Angaben der UNO mehrere Dörfer dem Erdboden gleich. Der Irawadi (Irrawaddy) ist der Hauptstrom Birmas. In seinem Delta wächst der Großteil des Reises für die Versorgung des Landes. Das tatsächliche Ausmaß der Vernichtung der Reisernte ist derzeit noch nicht absehbar.
Papst bekundet Anteilnahme für Wirbelsturm-Opfer
Papst Benedikt XVI. hat seine "tief empfundene Anteilnahme" und Trauer über die Opfer der Wirbelsturm-Katastrophe in Myanmar zum Ausdruck gebracht. Der Papst bete für die Opfer und für deren Familien und erflehe Gottes Frieden für die Toten, heißt es in einem Telegramm an den Vorsitzenden der Birmanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Paul Zinghtung Grawng, das am Dienstag im Vatikan veröffentlicht wurde. Außerdem erbitte er Kraft und Stärke für die Obdachlosen und Leidenden. Er vertraue darauf, "dass die internationale Gemeinschaft mit großzügiger und effizienter Hilfe auf die Not Ihrer Landsleute reagiert", heißt es in dem Papst-Telegramm an den Erzbischof.
Bisher hatten die Behörden des südostasiatischen Landes zurückhaltend auf Hilfsangebote aus dem Ausland reagiert. Die Militärjunta wolle sie nur nach Absprache in den betroffenen Regionen zulassen, melden internationale Medien.
Der Zyklon "Nargis", der am Freitagabend die Küste Myanmars und die frühere Hauptstadt Rangun erreichte, soll nach bisherigen Angaben mehr als 22.000 Menschen getötet und mehr als 100.000 obdachlos gemacht haben.
