Caritas startet Hilfsaktion "Wir helfen Burma!"
Wien, 9.5.08 (KAP) Die Caritas startet die Hilfsaktion "Wir helfen Burma!". Nach der verheerenden Wirbelsturmkatastrophe in Myanmar (Burma) sind eine Million Menschen obdachlos, die Zahl der Todesopfer steigt stündlich. "Die Menschen in Burma brauchen dringend unsere Hilfe", appellierte der Wiener Caritasdirektor Michael Landau am Freitag: "Mit nur 25 Euro können wir ein Überlebenshilfepaket für eine fünfköpfige Familie für eine Woche schnüren - mit zwölf Kilo Reis und einem Liter Öl. Bitte helfen Sie uns helfen!"
Auch der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, bittet um die Hilfe der österreichischen Bevölkerung. In einem gemeinsamen Brief mit Caritasdirektor Landau ruft er die Pfarren der Erzdiözese Wien auf, am kommenden Sonntag auch für die Menschen in Burma zu sammeln.
"Wir appellieren an die burmesische Regierung, internationale Hilfe zuzulassen. Für die Betroffenen geht es ums Überleben", so Schönborn. Landau ergänzte, am Wichtigsten seien jetzt sauberes Wasser und Nahrung für die Betroffenen. Am Ort die Caritas mit lokalen Hilfsorganisationen zusammen, die sich um die Verteilung von Wasser und Lebensmitteln kümmern.
Die Caritas-Aktion "Wir helfen Burma!" bittet um Spenden auf das PSK-Konto 7.700.004, BLZ 60.000, Kennwort: Myanmar/Burma.
Küberl: "Hilfe von Mensch zu Mensch"
Auch Caritaspräsident Franz Küberl appelliert an die Österreicher, Solidarität mit den Wirbelsturmopfern zu üben. Er hoffe, so Küberl in einem Interview für die "Kleine Zeitung" (Freitag-Ausgabe), dass sich "auch die burmesichen Machthaber den Menschen, die leiden, verpflichtet fühlen". Auf die Helfer angesprochen stellte der Caritaspräsident klar, dass diese nicht gleichzeitig Politik machen könnten und - was die Caritas-Helfer betrifft - auch nicht wollten. "Es wäre sinnlos, auf die Junta einzudreschen und damit denen, die schon etwas unternehmen, eine schlechtere Ausgangsbasis einzubrocken", so Küberl wörtlich: "Es geht um Hilfe von Mensch zu Mensch."
"Kein Strom, viel zu wenige Lebensmittel, kaum mehr Trinkwasser", fasste Sabine Wartha von der Katastrophenhilfe der Caritas Österreich am Freitag zusammen, was ihr eine Kollegin einer lokalen Partnerorganisation in der Hauptstadt Rangun am Telefon schilderte. "Verzweifelte Menschen graben dort nach den Wasserleitungen und versuchen sie unterirdisch anzuzapfen. Unsere Partner reinigen gemeinsam mit freiwilligen Helferinnen und Helfern das verfügbare Wasser und versorgen damit rund 50.000 Haushalte. Doch die Reserven sind knapp", berichtete Wartha.
Diakonie weitet Hilfe aus
Auch die Diakonie Katastrophenhilfe weitet ihre Hilfsmaßnahmen aus. "Unseren Berichten zufolge sind die Lebensmittelvorräte der Überlebenden längst erschöpft. Die meisten Menschen sind mit dem nackten Leben davongekommen. Jetzt ist es wichtig, dass wir rasch und professionell helfen", so Diakoniedirektor Michael Chalupka am Freitag.
Mit dem weltweiten kirchlichen Netzwerk ACT werde die Diakonie alles versuchen, die dringend benötigten Hilfsgüter ins Land zu bekommen und an die Menschen zu verteilen, die es so dringend benötigen", sagte Chalupka.
Die Nichtregierungsorganisation FREDA (Forest Resource Environment Development and Conservation Association) versorgt mit Hilfe der Diakonie Katastrophenhilfe die Opfer mit Lebensmittel, Trinkwasser, Medikamenten sowie Planen für provisorische Unterkünfte. "Die Preise für diese Güter sind zwar hoch, aber derzeit noch auf den lokalen Märkten erhältlich", erläuterte Peter Rottach, Mitarbeiter der Diakonie Katastrophenhilfe: "Trotz der Teuerung ist das für uns derzeit der einzige Weg, die Opfer schnellstmöglich zu versorgen."
