ComECE: Mehrwertsteuersenkung zu Gunsten von Familien
Brüssel, 16.5.08 (KAP) Die katholische Kirche in Europa empfiehlt, die Mehrwertsteuersätze für familienbezogene Güter und Dienstleistungen sowie für die Renovierung von Kirchen und Gebetsorten zu reduzieren. Angesichts der sozialen und ethischen Dimension der Steuerpolitik und ihres Einflusses auf die Lebensqualität in der Gesellschaft hatte das Sekretariat der "Kommission der Bischofskonferenzen des EU-Raumes" (ComECE) an der von der Europäischen Kommission lancierten Konsultation zur "Überprüfung der existierenden Gesetzgebung über die reduzierten Mehrwertsteuersätze" teilgenommen.
Im Hinblick auf den beispiellosen demografischen Wandel, dem die EU gegenübersteht, betonte das Sekretariat der ComECE in seinem Beitrag die Bedeutung steuerrechtlicher Maßnahmen, die die Lebensbedingungen von Familien erleichtern würden. In dieser Hinsicht könnte die Revision der reduzierten Mehrwertsteuerraten eines der gesetzgeberischen Instrumente sein, um auf EU-Ebene günstigere Bedingungen für Familien zu schaffen.
Das ComECE-Sekretariat schlug vor, folgenden Güter und Dienstleistungen nur mehr reduziert zu besteuern: Kinderwindeln, Kinderpflegeprodukte, Kinderautositze, die Errichtung, Renovierung und Instandhaltung von der Kinderbetreuung dienenden Gebäuden, sowie die Bereitstellung, Errichtung, Renovierung und Veränderung von Sozialwohnungen als Teil der Sozialpolitik.
Positiv äußerte sich das ComECE-Sekretariat zum Vorschlag der Europäischen Kommission, den Mitgliedsstaaten die Möglichkeit einzuräumen, die Mehrwertsteuerraten auf Dienstleistungen zu reduzieren, die sich auf die Reparatur von Kirchen und anderen Gebetsorten als Teil des europäischen kulturellen Erbes beziehen. Darüberhinaus empfahl die ComECE, den Bereich der reduzierten Mehrwertsteuerraten auszuweiten auf die Bewahrung, Renovierung und Instandhaltung von Kirchen und anderen Orten des Gebets inklusive liturgischer Gegenstände, Ikonen usw. Die Erweiterung auf Dienstleistungen, die nicht nur die Reparatur, sondern auch den Erhalt der religiösen Gebäude betreffen, würde helfen, dem bedauernswerten Ruin und der Verwüstung vieler Gotteshäuser vorzubeugen, die Teil desgemeinsamen kulturellen Erbes Europas sind.