Bischof Schwarz: Aufschrei in Diözese keine "Intrige"
Klagenfurt, 1.6.08 (KAP) Der Gurker Diözesanbischof Alois Schwarz will seinen Weg des geistlichen Dienstes als Bischof für die Kirche "mit innerer Kraft" weitergehen. Dies betonte er am Wochenende in einem "Standard"-Interview, in dem er zu unterschiedlichen Vorwürfen Stellung nahm. Er dankte dabei allen, die ihn "mit Gebet und Verbundenheit" unterstützen. Alle, die in "kritischer Solidarität" zu ihm stünden, bitte er um das "offene Wort".
Auf die Frage, ob es eine "Vertraute" gebe, die ihm nahestehe, sagte Bischof Schwarz, dass es in seinem Umfeld "natürlich auch Frauen" gebe, die mit seiner Lebensform respektvoll umgehen. Mögliche Sensibilitäten seien von manchen Leuten anders gesehen worden, als er er sie gesehen habe. Wörtlich sagte Bischof Schwarz: "Wenn ich zu Vermutungen Anlass gegeben habe, tut mir das leid". Die in Diskussion stehende Abteilungsleiterin habe immer einen "korrekten Umgangsstil" mit ihm gehabt. Ihr Dienst bei der Diözese sei beendet worden, weil ihre Karenz ausgelaufen sei.
Bischof Schwarz wies in dem "Standard"-Gespräch ausdrücklich den Vorwurf zurück, er lasse sich bei Personalentscheidungen von einem "Küchenkabinett" beeinflussen: "Personalentscheidungen fallen in den Vertrauensbereich und werden von mir in den Gremien vorbereitet und mit Einzelnen besprochen". Er müsse sich kundig machen und da gebe es "verschiedene Personen und Gesprächskreise".
Im Hinblick auf die Versetzung von Generalvikar Gerhard Kalidz nach Gurk sagte Schwarz, er habe seinen Stellvertreter gebeten, an diesen symbolträchtigen Ort zu gehen, als "klar war, dass kein Orden mehr nach Gurk kommt". Da sei eine "schwierige Situation" durch die rasche Verlautbarung eingetreten. Hier wäre es besser gewesen, die Sitzung des Konsistoriums abzuwarten, räumte der Gurker Bischof ein.
Zur Frage des aus Deutschland stammenden Direktors des Theologischen Instituts, Hermann Josef Repplinger, sagte Bischof Schwarz, Repplinger arbeite hervorragend und sei ein "einfühlsamer Seelsorger": "Ich weiß aber, dass es innerhalb des Klerus gegenüber Repplinger offene Fragen gibt. Daran müssen wir jetzt gemeinsam arbeiten".
Der "Aufschrei in der Diözese" sei aber keine "Intrige", unterstrich Bischof Schwarz: "Für mich sind das Leute, die in kritischer Solidarität mit mir um die Diözese ringen".
"Will keine Irritationen"
Im Interview mit ORF-Kärnten sagte Bischof Schwarz, die Ernennung von Generalvikar Kalidz zum Stiftspfarrer von Gurk habe "bei manchen Verwunderung" ausgelöst. Die Stiftspfarre werde zum 31. August von den Salvatorianern verlassen, Kalidz habe bis jetzt alle Projektgruppen für die Zukunft von Gurk geleitet. So sei die Idee entstanden, ihn zu fragen, ob er die Verantwortung übernehmen wolle. Schwarz: "Er hat zugestimmt und ich bin sehr dankbar dafür". Im Hinblick auf die interne Kommunikation sei bei der letzten Konsistoriumssitzung ausführlich darüber gesprochen worden, ob es nicht andere Informationsabläufe geben könne, "damit keine Irritation entsteht". Er bedaure sehr, dass durch die Ernennung von Gerhard Kalidz manche den Eindruck hätten, sie seien zu wenig einbezogen worden, betonte Bischof Schwarz. Wörtlich sagte der Kärntner Bischof im ORF-Interview: "Mein Anliegen ist es, dass alle, die in der Diözese in verschiedenen Arbeitsfeldern Verantwortung tragen, auch mitberaten, wenn es um großeund wichtige Personalentscheidungen geht".
Bei der jüngsten Konsistoriumssitzung habe es ein "sehr offenes Gespräch" gegeben, sagte Bischof Schwarz. Er werde demnächst auch mit den Vorständen der Dechantenkonferenz, des Priesterrats, des Ordensrates und der Katholischen Aktion sprechen. Dabei gehe es vor allem um Vorschläge, wie die Kommunikation zu den diözesanen Gremien verbessert werden kann.
Auf die Frage nach Frauen in seinem persönlichen Umfeld sagte Bischofs Schwarz im ORF-Interview: "Ich kann nur sagen, dass ich es bedaure, wenn auch hier, in diesem Bereich, Vermutungen aufkommen, die ich vielleicht ausgelöst habe. Das tut mir leid, denn das wollte ich nicht". Er wisse von seinen Mitarbeiterinnen, dass sie "sehr respektvoll" seine Lebensform achten. In seinem innersten Kreis habe er Frauen, Männer, Priester, mit denen er aber keine Personalentscheidungen treffe.
