"Aktion Leben" kündigt politischen Forderungskatalog an
Wien, 2.5.06 (KAP) Einen Forderungskatalog für eine kinderfreundliche Gesellschaft, bei dem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine wichtige Rolle spielt, hat die "Aktion Leben" bei ihrer Generalversammlung in Wien angekündigt. Der Katalog soll der Folgeschritt auf das kürzlich verabschiedete neue Leitbild der "Aktion Leben" sein und die umfassenden Erfahrungen der erprobten Lebensschutzorganisation in konkrete politisch-gesellschaftliche Vorschläge umwandeln.
Zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf präsentierte die Soziologin Sonja Dörfler vom Österreichischen Institut für Familienforschung bei der Generalversammlung eine Studie. Demnach hinke im Vergleich mit drei Ländern - Norwegen, Schweden und Frankreich - Österreich in einigen familienpolitischer Belangen hinterher: In Schweden und Frankreich beispielsweise hätten Eltern einen Rechtsanspruch auf ganztägige Kinderbetreuung. Um Väter zu motivieren, sich um ihre Kinder zu kümmern, hätten Väter in allen drei Ländern bei der Geburt ihres Kindes das Recht auf einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub. Weitere Impulse schaffe in Norwegen und Schweden ein Einkommensersatz für den Elternurlaub, der die Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern ausgleichen soll. Das Resultat: Während in Österreich drei Prozent der Männer am Elternurlaub teilhaben, sind es in Schweden 19 Prozent.
Neben familienpolitischen Maßnahmen wird die "Aktion Leben" im geplanten Katalog auch eine umfassende und verantwortungsvolle Sexualerziehung und mehr Einbindung der Väter in die Kindererziehung fordern. Das kritische Hinterfragen aktueller biotechnischer Entwicklungen wie der Präimplantationsdiagnostik (PID) und das Aufzeigen von Alternativen zur Embryonenforschung werden weitere Punkte im neuen Maßnahmenkatalog sein.
Als herausragendes Ereignis des Jahres 2005 wurde bei der Generalversammlung von "Aktion Leben"-Generalsekretärin Gertraude Steindl die Abwehr der Legalisierung der Präimplantantionsdiagnostik (PID) bezeichnet. In Gesprächen mit Vertretern des Gesundheits- und des Justizministeriums konnte dargelegt werden, dass sich die Genanalyse in der Praxis nicht auf wenige Fälle beschränken lasse.
Schwerpunkt der Arbeit der "Aktion Leben" war auch im Vorjahr die Beratung im Schwangerschaftskonflikt: Alleine in der Wiener Beratungsstelle der "Aktion Leben" wurden im vergangenen Jahr 1.385 persönliche Beratungsgespräche durchgeführt, 1.000 mal fanden telefonische Beratungsgespräche statt. 155 Mal konnte die "Aktion Leben" finanzielle Unterstützung geben, 498 Mal erhielten die Klientinnen Sachspenden aus dem "Aktion Leben"-Lager. Auch in den anderen Bundesländern stand die Hilfe im Schwangerschaftskonflikt im Vordergrund. So wurde aus der "Aktion Leben"-Tirol berichtet, dass mit der Patenschaftsaktion "Willkommen Baby" bisher Mütter und ihre Kinder mit insgesamt 50.00 Euro durch Spenden von Paten unterstützt werden konnten.