Weltjugendtag in Sydney mit Gottesdienst eröffnet
Sydney, 15.7.08 (KAP) Ein Gottesdienst mit 140.000 jugendlichen Pilgern aus aller Welt hat am Montag in Sydney den Auftakt zum katholischen Weltjugendtag in Australien gegeben. Die Eröffnungsfeier im Hafengelände ("Barangaroo") von Sydney leitete der Erzbischof der Stadt, Kardinal George Pell. Mit den Jugendlichen feierten insgesamt 26 Kardinäle und 400 Bischöfe, unter ihnen Wiens Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn und der österreichische "Jugend-Bischof" Franz Lackner, sowie rund 4.000 Priester.
Kardinal Pell ermutigte in seiner Predigt die Jugendlichen dazu, den Ruf Christi zu hören und ihm zu folgen. Christus rufe vor allem jene zu sich, die in ihrem Leben an Wunden leiden, "seien es Drogen oder Alkohol, zerbrochene Familien, Fleischeslust, Einsamkeit oder Tod - vielleicht sogar die Leere des Erfolges". Der Ruf Christi richte sich nicht nur an Katholiken oder Christen, sondern auch an jene, "die keine Religion haben". "Christus ruft euch nach Hause: zur Liebe, zur Heilung, zur Gemeinschaft", sagte der Erzbischof von Sydney.
Das Leben zwinge zur Entscheidung, und wo Leben ist, gäbe es auch immer die Möglichkeit zur Hoffnung. "Mit christlicher Hoffnung kommen auch Glaube und Liebe", so Kardinal Pell. "Unsere Aufgabe ist es, für die Kraft des Geistes offen zu sein und zuzulassen, dass der Gott der Überraschungen durch uns handelt", wandte sich Pell an die zehntausenden Jugendlichen bei dem Gottesdienst. Das Vertrauen in Gott sei dazu der Schlüssel: "Wenn wir die Hand Gottes ergreifen, wird er den Rest tun. Gott wird uns nicht im Stich lassen."
Die Nachfolge Jesu sei nicht immer leicht und erfordere den Kampf gegen das eigene "unbarmherzige Ego" und "altmodischen Egoismus". "Es ist immer ein Kampf, selbst für alte Leute wie mich", bekannte der Erzbischof gegenüber den Jugendlichen.
Kardinal Pell rief die jungen Menschen dazu auf, ihr Leben in die Hand zu nehmen, "denn nur Engagement und Bindung bringen Erfüllung". Glück entstehe, indem man seine Pflichten erfülle und gerade in kleinen Dingen zuverlässig sei, um den größeren Herausforderungen gewachsen zu sein.
"Viele haben ihre Berufung auf einem Weltjugendtag gefunden", sagte der Erzbischof zu den Weltjugendtags-Teilnehmern: "In dieser Woche haben wir alles Recht, über die Erneuerung unseres Glaubens zu jubeln und dies zu feiern." Bei allem Enthusiasmus sollten die Jugendlichen aber nicht vergessen, zuzuhören und zu beten, so Pell: "Wir sind aufgerufen, unser Herz der Macht des Geistes zu öffnen."