"Einübung ins Christentum" heute besonders notwendig
Graz, 17.7.08 (KAP) Die großen kirchlichen Glaubensfeste mit Jugendlichen sind "Trainingscamps zur Einübung in einen fröhlichen und missionarischen Glauben". Das betonte der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari beim Pöllauer Jugendtreffen in der Oststeiermark. Mit Blick auf den Weltjugendtag in Sydney bezeichnete Kapellari das Treffen in Pöllau, zu dem sich alljährlich im Juli bis zu 1.000 junge Christen aus ganz Österreich versammeln, als "kleine, aber feine Schwester der großen Weltjugendtreffen".
Bei einem Gottesdienst in der ehemaligen Stiftskirche erinnerte Bischof Kapellari, der von 1982 bis 1992 auch österreichischer "Jugend-Bischof" war, die Jugendlichen daran, dass heute die "Einübung ins Christentum" besonders notwendig sei. Einübung werde zwar im Sport und in der Musik als unbestritten notwendig erachtet. Im religiösen Bereich aber vertraue man seit den Umbrüchen des Jahres 1968 zu sehr auf Spontaneität, sagte der Grazer Diözesanbischof.
In Wahrheit, so Kapellari, sei beides in einem richtigen Rhythmus unverzichtbar: Spontaneität, wie sie bei großen und kleineren religiösen Events vorherrsche, sei so etwas wie das Gewürz des Glaubenslebens. "Die Nahrung für den religiösen Alltag ergibt sich aber aus der Einfühlung ins Gebet, der Freude am Teilen von Geld, Zeit und Aufmerksamkeit für Leute, die uns brauchen und der Einübung in das Glaubenswissen, das Christen fähig macht, ihren Glauben in einer pluralen Gesellschaft zu bezeugen", unterstrich der Bischof.