P. Osanger ab 15. August neuer Salesianer-Provinzial
Wien, 1.8.08 (KAP) P. Rudolf Osanger SDB folgt als Leiter der österreichischen Salesianer-Provinz P. Franz Wöß SDB nach, der sechs Jahre als Provinzial fungiert hatte. Die feierliche Amtsübergabe begeht die Don Bosco-Familie am Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel am 15. August im Wiener Don Bosco-Haus.
Der designierte Provinzial erinnerte an den Grundauftrag der Salesianer, "mit der Jugend das Evangelium neu zu entdecken und mit Don Bosco neu durchstarten": "Das heißt aber auch: gerade für die Schwächsten unter den jungen Menschen müssen wir da sein". P.Osanger setzt besonders auf außerschulische Jugendbildung. "Wir müssen große Anstrengungen machen, damit junge Leute wieder Werte wie Gemeinschaft und Lebenssinn entdecken", betonte er. Dazu ist ihm auch die qualifizierte Weiterbildung von Haupt- und Ehrenamtlichen in der kirchlichen Pfarr- und Jugendarbeit wichtig. Weitere Projekte in den nächsten sechs Jahren sind der Umbau des Schülerheimes Fulpmes (Tirol) und das 150-Jahr-Jubiläum der Gründung der Salesianischen Kongregation 2009.
Im Rückblick auf seine Amtszeit hob P. Wöß große Ereignisse wie das Jubiläum "100 Jahre Salesianer in Österreich" (2003) und die Wallfahrt der Don Bosco-Familie um geistliche Berufe auf den Sonntagberg (2008) hervor. Sehr wichtig sei ihm gewesen, den Christen zu helfen, ihre Berufung aus Taufe und Firmung zu erkennen und junge Menschen zu bestärken, dem Ruf in die Nachfolge Christi als Ordenschrist oder als Priester mutig zu folgen.
Weltweit zweitgrößter Orden
Vor allem für und mit der Jugend sind weltweit im zweitgrößten Orden der katholischen Kirche 16.000 Salesianer unterwegs. In 129 Ländern geben sie mit ihrem Einsatz als Seelsorger und ausgebildete Sozialpädagogen Zeugnis von Gottes Liebe zu den Menschen.
Seit mehr als 100 Jahren engagieren sich die Salesianer Don Boscos und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Österreich besonders für benachteiligte Jugendliche. Im Herbst treten drei junge Männer aus Österreich in das internationale Noviziat der Salesianer in Pinerolo in Piemont ein.
80 Salesianer betreuen an 30 Standorten in Österreich Kindergärten und Schulen, leiten Pfarren und Jugendzentren, sie führen ein Jugendbildungshaus, Studenten- und Schülerwohnwohnheime und tragendie Salesianische Jugendbewegung. Den sozialen Herausforderungen der heutigen Zeit kommen in Österreich auch weitere Partnerorganisationen nach: Die "Don Bosco-Aktion Jugend Eine Welt" organisiert Freiwilligeneinsätze für junge Erwachsene und unterstützt Projekte in den Ländern des "Südens". Das "Don Bosco-Flüchtlingswerk" hat den Auftrag, unbegleitete, minderjährige Asylwerber in Österreich zu betreuen.
P. Rudolf Osanger SDB wurde 1950 im niederösterreichischen Scheibbs geboren. Bereits mit zehn Jahren lernte er die Salesianer im Don Bosco-Gymnasium Unterwaltersdorf kennen und trat 1967 in den Orden ein. Nach der Matura war er zwei Jahre lang Erzieher im "Salesianum" in Wien. Nach dem Studium der Theologie und Sozialpädagogik an der Ordenshochschule der Salesianer Don Boscos in Benediktbeuern führte ihn das Diakonatspraktikum in die Pfarre Wien-Neuerdberg. Sein priesterliches Wirken begann P. Osanger als Kaplan und Heimleiter in Amstetten und setzte es in Klagenfurt-St. Josef fort. Neun Jahre lang gehörte er zum ersten Team des Jugendbildungshauses der Salesianer in Wien 13. Der begeisterte Liedermacher - aus seiner Feder stammt das Lied "Freude kann Kreise zieh'n" - war zwölf Jahre lang Pfarrer in Klagenfurt-St. Josef. Für seine Initiativen in der sozialen Jugendarbeit - insbesondere für die Errichtung des "Don Bosco Youth Point" - wurde er im Vorjahr mit der Ehrenurkunde des Landes Kärnten ausgezeichnet.
P. Franz Wöß SDB wurde 1941 in Ulrichsberg im Oberen Mühlviertel geboren. Dort besuchte er auch die Volks- und Hauptschule. Mit 15 Jahren begann er eine Lehre als Bürokaufmann und kam in das Lehrlingsheim Don Bosco in Linz, wo er die Salesianer kennen lernte. Es folgten Jahre im Aufbaugymnasium in Unterwaltersdorf und 1962 der Eintritt bei den Salesianern Don Boscos. Er studierte Theologie und Pädagogik an der Ordenshochschule in Benediktbeuern und in Wien. 1971 empfing P. Wöß die Priesterweihe, 1974 promovierte er an der Universität Wien zum Doktor der Philosophie (Pädagogik). Danach war als Erziehungsleiter und Lehrer für Religion, Psychologie und Philosophie im Don Bosco-Gymnasium Unterwaltersdorf tätig. Von 1987 bis 2002 war er zudem Pfarrer in Wien-Stadlau und zum Schluss auch Dechant des Dekanates Donaustadt, ehe er 2002 für sechs Jahre die Leitung der österreichischen Salesianerprovinz übernahm. Jetzt freut er sich auf seine neue Aufgabe und kehrt als Direktor der Haus- und Schulgemeinschaft in das Don Bosco-Gymnasium nach Unterwaltersdorf zurück.