
Georgien: Papst fordert sofortiges Kampfende
Bozen, 10.8.08 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat ein sofortiges Ende der Militäraktionen in Georgien gefordert. Beim Angelusgebet in Brixen warnte er am Sonntag vor einer Ausweitung des Konflikts um Südossetien und appellierte an die internationale Gemeinschaft, sich für eine "dauerhafte" Friedenslösung auf dem Verhandlungsweg einzusetzen, die ein "respektvolles Zusammenleben sichert". Benedikt XVI. appellierte an die Kontrahenten, "auch im Namen des gemeinsamen christlichen Erbes" auf weitere Konfrontationen zu verzichten, die zu einem noch größeren Konflikt führen könnten. Ausdrücklich betonte der Papst, dass er "gemeinsam mit den orthodoxen Christen" für den Frieden in der Region bete.
Die Nachrichten aus dem Kaukasus seien sehr besorgniserregend, sagte Benedikt XVI. Angefangen von Südossetien hätten die "tragischen Ereignisse" viele schuldlose Opfer gefordert und eine große Zahl von Menschen zur Flucht gezwungen.
Bereits am Samstag hatte Vatikansprecher P. Federico Lombardi SJ in "Radio Vatikan" betont, Papst Benedikt XVI. verfolge mit wachsender Sorge die Krise um Südossetien und die militärische Eskalation zwischen Georgien und Russland. Der Papst bete und hoffe, dass der kriegerische Konflikt durch Vernunft und Diplomatie wieder beendet werden könne. Der Heilige Stuhl sei "schockiert" über die Ereignisse im Kaukasus und darüber, dass nach einigen Jahren der Ruhe jetzt wieder Gewalt in dieser ohnehin von vielen Spannungen geprägten Region ausgebrochen sei, so P. Lombardi.