Mariä Himmelfahrt: Schiffsprozession trotz Unwetter
Sintflugartige Regenfälle machten am Mariä Himmelfahrtstag den Pilgern und Besuchern der traditionellen Schiffsprozessionen das Leben schwer. Am Bodensee trotzten dennoch mehr als 3.500 Gläubige dem Regen, die traditionelle Schiffsprozession auf dem Wörthersee musste hingegen abgesagt werden.
3.500 Pilger trotzten bei Bodensee-Wallfahrt dem Regen
Mehr als 3.500 Gläubige haben zu Mariä Himmelfahrt trotz starken Regens an der 27. Fatima-Schiffsprozession zum Drei-Länder-Eck zwischen Österreich, Deutschland und der Schweiz auf dem Bodensee teilgenommen. Mit tausenden Pilgern aus den drei Bodensee-Anrainerländern kamen auch zahlreiche Gläubige aus Polen und der Ukraine zu der Prozession, die in diesem Jahr von Erzbischof Mieczyslaw Mokrzycki aus der westukrainischen Metropole Lemberg (Lwiw) geleitet wurde. "Die Menschen in Osteuropa haben Hunger nach Gott", sagte Mokrzycki. Eines der acht Prozessionsschiffe, die am späten Abend in den Häfen Lindau, Bregenz und Rorschach starteten, war von einer ukrainischen Pilgerdelegation gebucht worden.
Mit der Schiffsprozession wollten die Organisatoren ein deutliches Zeichen für ein vereintes Europa setzen. Erzbischof Mokrzycki, der mehrere Jahre lang einer der Sekretäre von Johannes Paul II. gewesen war, betonte, dass im Osten Europas besonders die jungen Menschen "auf der Suche nach den wahren Werten des Lebens" den Glauben entdecken. Am Beispiel der Ukraine verwies der lateinische Erzbischof von Lemberg auf die deutlich gestiegene Anzahl von Hochzeiten und Taufen.
Schiffsprozession auf dem Wörthersee wetterbedingt abgesagt
Buchstäblich "ins Wasser gefallen" ist hingegen die traditionelle Schiffsprozession auf dem Wörthersee an Mariä Himmelfahrt. Sintflugartige Regenfälle sorgten dafür, dass die von der Klagenfurter Pfarre St. Josef-Siebenhügel initiierte Schiffsprozession, die um 19.15 Uhr von der Schiffsanlegestelle Klagenfurt aus über die Haltestellen Krumpendorf, Pörtschach, Velden nach Maria Wörth führen sollte, abgesagt werden musste. Die Festpredigt bei der vom Kärntner Diözesanbischof Alois Schwarz geleiteten Prozession sollte der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn halten.
Vorgesehen war weiterhin ein umfangreiches Rahmenprogramm an den jeweiligen Anlegestellen. So sollten in Pörtschach zum Empfang der Prozession 1.000 Lichter auf dem See ausgelegt werden und aus den Fenstern des Parkhotels sollte ein Lichterkreuz erstrahlen. Den Höhepunkt der Prozession sollte die Erneuerung der Weihe an die Gottesmutter in Maria Wörth durch Bischof Schwarz darstellen.
Stattgefunden hat hingegen das traditionelle Pontifikalamt mit Bischof Schwarz im Klagenfurter Dom am Freitagvormittag. Zur Aufführung kam dabei die "Waisenhausmesse" von Wolfgang Amadeus Mozart, dargeboten von der Klagenfurter Dommusik unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Wasserfaller.
Die Tradition der Schiffsprozession auf dem Wörthersee geht zurück auf das Jahr 1954. Damals kam aus dem portugiesischen Wallfahrtsort Fatima eine Marienstatue für die Pfarrkirche St. Josef-Siebenhügel nach Klagenfurt. Um die Statue festlich in die Kirche einzuführen, kam man auf die Idee, sie per Schiff von Velden zum Klagenfurter Ufer zu bringen.
