Papst: Ableben Eggers für Weltkirche großer Verlust
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Bischof Wilhelm Egger 1940-2008 |
Bozen, 21.8.08 (KAP) Tausende Menschen haben am Donnerstagnachmittag in Brixen vom verstorbenen Südtiroler Bischof Wilhelm Egger Abschied genommen. Die Beisetzungsfeiern begannen mit der Einsegnung der sterblichen Hülle Eggers im Priesterseminar von Brixen. Anschließend wurde der Sarg von einem langen Trauerzug in den Brixner Dom begleitet. Geleitet wurde das Begräbnis vom offiziellen Beauftragten von Papst Benedikt XVI. für die Trauerfeiern, dem Patriarchen von Venedig, Kardinal Angelo Scola. Auch Kardinal Achille Silvestrini - er war 1986 bei der Bischofsweihe Eggers anwesend - nahm teil.
Zu Beginn des Requiems wurde eine Botschaft von Papst Benedikt XVI. zum Tod von Bischof Egger verlesen. Darin zeigte sich der Papst tief betroffen über das plötzliche Ableben Eggers, dem er noch wenige Tage zuvor bei seinem Urlaubsaufenthalt in Brixen mehrfach begegnet war. Der Tod Eggers sei nicht nur für die Diözese Bozen-Brixen, sondern die gesamte Weltkirche ein großer Verlust (Egger sollte als Sondersekretär der bevorstehenden Weltbischofssynode über die Bibel fungieren). Der Einsatz des Bischofs für das Wort Gottes sei dessen großes Vermächtnis. Er habe mit dem Bischof von Bozen-Brixen "einen lieben Freund verloren", so Benedikt XVI.
In seinem Geistlichen Testament, das bei der Begräbnisfeier verlesen wurde, dankte Bischof Egger allen in der Diözese für die "Bewahrung der Verbundenheit" in den mehr als zwanzig Jahren seines Wirkens. Er habe in seinem Leben eine außerordentliche Führung Gottes erfahren, so der verstorbene Bischof unter Hinweis auf seine Berufung in den Kapuzinerorden, seine Lehrtätigkeit und sein bischöfliches Amt. Er dankte namentlich einer Reihe enger Mitarbeiter und seinem leiblichen Bruder P. Kurt Egger, der ebenfalls dem Kapuzinerorden angehört. P. Kurt Egger zählte ebenso wie der Generalobere der Kapuziner, P. Mauro Joeri, zu den Konzelebranten der Messfeier.
Auch Kardinal Scola würdigte in seiner Predigt die tiefe und lebendige Verwurzelung Bischof Eggers im Wort Gottes und sein bewusstes und entschiedenes Leben aus dem Glauben. Er habe seine Verantwortung als Bischof in vollem Umfang wahrgenommen und sich durch "liebende Hirtensorge" ausgezeichnet.
Der am 16. August im Alter von 68 Jahren plötzlich verstorbene Bischof von Bozen-Brixen war ein renommierter Bibelwissenschaftler. Er hatte die Südtiroler Diözese seit 1986 geleitet. Egger erlag einem Herzinfarkt.
Zu den mehr als zwei Dutzend Erzbischöfen und Bischöfen, die aus Oberitalien und den Nachbarländern zu dem Begräbnis gekommen waren, zählten aus Österreich der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser, der Innsbrucker Diözesanbischof Manfred Scheuer, der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz, der Feldkircher Diözesanbischof Elmar Fischer sowie die Altbischöfe Maximilian Aichern aus Linz und Reinhold Stecher aus Innsbruck. Stecher war einer der Mitkonsekratoren bei der Bischofsweihe Eggers gewesen. Aus Deutschland nahm u.a. der Erfurter Bischof Joachim Wanke teil. Egger war in seiner Funktion als Vorsitzender der Kommission für die Revision der deutschsprachigen Einheitsübersetzung der Bibel mit Wanke verbunden.
Egger war "außergewöhnlich moderner" Bischof
Nach dem Requiem wurde die sterbliche Hülle Eggers im linken Seitenschiff des Brixener Domes zur letzten Ruhe gebettet - an der Seite seiner Amtsvorgänger seit 250 Jahren. Einen besonderen letzten Dienst erwiesen Egger die sechs Geistlichen, die ihm im Lauf seines bischöflichen Wirkens als Privatsekretäre zur Seite standen: Diözesan-Ökonom Michael Mitterhofer, Priesterseminar-Regens Ivo Muser, die Dechanten Florian Kerschbaumer (Rodeneck) und Josef Knapp (Sterzing), Seelsorgeamtsleiter Eugen Runggaldier und Thomas Stürz geleiteten den Sarg des Verstorbenen. Für jene, die bei der Begräbnisfeier im Brixner Dom keinen Platz fanden, wurde die Liturgie auf Großbildschirme auf dem Domplatz und in der Pfarrkirche von Brixen übertragen.
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Tausende nahmen Abschied |
Der Südtiroler Kirchenhistoriker Prof. Josef Gelmi würdigte in der RAI-Live-Übertragung der Begräbnisfeiern Egger als "außergewöhnlich modernen" Bischof, weil er "mit allen in der Diözese gemeinsam Kirche gestaltet hat". Er sei nicht nur sehr freundlich und umgänglich gewesen. Er habe es zu Wege gebracht, die drei Sprachgruppen zusammenzuführen, und die Diözese sei heute jene Institution in Südtirol, in der das Zusammenwirken der drei Sprachgruppen am besten funktioniere, so Gelmi. Sein Bischofsstab habe das griechische Wort "syn" (mit, gemeinsam) als Programm getragen.
Der emeritierte Patriarch von Venedig, Kardinal Marco Ce, nannte den plötzlichen Tod Eggers einen "großen Verlust nicht nur für die Diözese Bozen-Brixen, sondern für den ganzen italienischen Episkopat" und vor allem für das Triveneto. Egger habe in der "schwierigen Situation" Südtirols seine Ortskirche als Mann des Friedens und des Ausgleichs geführt, so Ce.