1. September ist "Schöpfungstag"
Für 1. September bis 4. Oktober rufen die Kirchen "Schöpfungszeit" aus. Forderung nach "enkel-tauglichen" Perspektiven. Die Kirchen appellieren für einen nachhaltigeren Lebensstil. Auch der Vatikan setzt auf erneuerbare Energien
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Isolde Schönstein |
Namens der "Arbeitsgemeinschaft Schöpfungsverantwortung" weisen Isolde Schönstein und ihr Stellvertreter P. Georg Ziselsberger darauf, dass die "Zerstörung des Lebensraums" unaufhaltsam fortschreitet. Millionen Menschen seien als "Ökoflüchtlinge" unterwegs, weil ihr Boden ausgebeutet und das Wasser verseucht ist. Mit "Almosen" werde es nicht mehr getan sein. Es sei notwendig, sich den Entwicklungen entgegenzustellen. Die notwendige Umkehr müsse bei den Christen, im Herzen der Kirchen, beginnen, wie dies die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung (EÖV2) in Graz empfohlen habe.
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Die "Arbeitsgemeinschaft Schöpfungsverantwortung" beginnt die "Schöpfungszeit" am Montag, 1. September, um 10 Uhr, im Wiener "Don Bosco-Haus" (1130 Wien, St. Veitgasse 25) mit einer "Präsentation", die Filmvorführungen, theologische Impulse, aber auch praktische Umsetzungsmodelle wie "solares Kochen" oder "Bio-Blumen" umfasst. Auch in diesem Jahr stellt die "Arbeitsgemeinschaft Schöpfungsverantwortung" Informationen und Unterlagen zur Verfügung. U.a. gibt es während der "Schöpfungszeit" jeweils an den Dienstagen von 10 bis 17 Uhr im "Don Bosco-Haus" Beratungsangebote zu ausgewählten Themen. Am 2. September geht es um das "Leben mit dem Klimawandel", am 9. September um "Wasser als Basis des Lebens", am 16. September um die aktuelle Situation in der Landwirtschaft, am 23. September um "Kinder" im Sinn von "umweltgerechter Erziehung" und am 30. September um nachhaltige Verkehrssysteme als Gestaltung von "zukunftsfähiger Mobilität".
Klimawandel: Kirchen rufen zu nachhaltigerem Lebensstil auf
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Herwig Sturm |
Der ÖRKÖ lädt am Montag, 1. September, um 18 Uhr in die griechisch-orthodoxe Dreifaltigkeitskathedrale am Fleischmarkt zu einem ökumenischen Gottesdienst ein. Dieser Gottesdienst zum "Schöpfungstag" steht unter dem Motto "Wasser des Lebens".
Der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura wird dabei eine orthodoxe Wasserweihe vornehmen. Schülerinnen und Schüler des Musikgymnasiums Neustiftgasse, einer "Pilgrim"-Schule, werden am Beispiel des Wassers die Verantwortung der Christen für den Umgang mit den Gaben der Erde verdeutlichen.
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Nicolae Dura |
Bischof Sturm: "Am Anfang jeder Aktivität sollte der Dank für Gottes wunderbare Schöpfung stehen. Aus dieser Dankbarkeit heraus wollen wir dann die Gefährdung der Schöpfung bewusst machen und zum konkreten Handeln ermutigen".
Bischof Sturm verwies in diesem Zusammenhang u.a. auch auf das Ökumenische Sozialwort der Christen, in dem sich die Kirchen zu nachhaltigen Umweltschutzmaßnahmen verpflichtet haben.
Der "Schöpfungstag" war 1989 vom damaligen Ökumenischen Patriarchen, Dimitrios I., in den liturgischen Kalender der Kirche von Konstantinopel eingefügt worden. Der Patriarch lud damals die ganze "orthodoxe und christliche Welt" ein, jeweils am 1. September "zum Schöpfer der Welt zu beten: mit Dankgebeten für die große Gabe der geschaffenen Welt und mit Bittgebeten für ihren Schutz und für ihre Erlösung".
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Patriarch Dimitrios I. |
"Schöpfungstag": Auch der Vatikan setzt auf erneuerbare Energien
Die päpstliche Audienzhalle erhält ein Solardach - "Kathpress"-Korrespondentenbericht von Johannes Schidelko
Vatikanstadt, 29.8.08 (KAP) Der Vatikan steigt in die Solarenergie ein. Bis zum Jahresende soll auf dem Dach der Audienzhalle eine Photovoltaik-Anlage installiert werden, die den Bedarf der Halle deckt und deren Überschuss ins vatikanische Stromnetz eingespeist wird. Realisiert werde das Projekt vom Governatorat des Vatikanstaats in technischer Zusammenarbeit mit der Bonner "Solar-World", berichtete die Vatikanzeitung "L'Osservatore Romano" am Freitag. Die Arbeiten sollen im September beginnen.
Das Energiespar-Projekt geht letztlich auf den Papst und seine immer häufigeren Appell zum schonenden Umgang mit den Ressourcen zurück. Benedikt XVI. versuche, weltweit das Umweltbewusstsein zu schärfen und auf erneuerbare Energien hinzuweisen; da wolle der Vatikan selbst nicht abseits stehen, erläuterte der zuständige Ingenieur Mauro Villarini im "Osservatore" aus Anlass des am 1. September von den Kirchen weltweit begangenen "Schöpfungstages" das Vorhaben.
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Für das erste vatikanische Solar-Projekt hat man die 1964-1971 vom Architekten Pier Luigi Nervi im Auftrag von Paul VI. errichtete Halle ausgewählt. Es ist nicht nur der architektonisch modernste Bau im Vatikan, mit 5.000 Quadratmetern hat er auch größte Dachfläche. Zudem stand das Dach ohnehin gerade zur Renovierung an. Hinzu kam der fast providenzielle Umstand, dass Nervi die Hälfte der Dachplatten exakt nach Süden und die andere nach Norden ausrichtete. Das bedeute, dass man ohne weitere Umbaumaßnahmen die nach Süden weisenden Platten nur durch maßgefertigte Photovoltaik-Panele ersetzen müsse, so Villarini. Auf der gegenüberliegenden Seite werden reflektierende Platten verbaut, durch die die Leistung nochmals gesteigert wird.
Spätestens zum Jahresende soll die neue Anlage stehen. Die 2.400 Solar-Platten produzieren jährlich 300 Megawattstunden. Mit dieser Menge, die im Normalfall für etwa hundert Familien reicht, decken sie zu einem Sechstel den Bedarf der Halle. Zu bestimmten Zeiten wird diese Energie aber auch ins Netz des "Stato della Citta' del Vaticano" eingespeist.
Die Nervi-Halle ist das erste, aber nicht das einzige vatikanische Vorzeige-Projekt für erneuerbare Energie. Ein weiteres ist für die Mensa der Vatikan-Angestellten geplant. Dort soll ein Solar-Dach - vermutlich in Zusammenarbeit mit einer italienischen Firma - für die Warmwasser-Aufbereitung sorgen, und im Sommer auch für das Betreiben der Kühlaggregate. Weiter soll die neue Energie an exterritorialen Vatikan-Gebäuden zum Einsatz kommen, im päpstlichen Sommersitz von Castel Gandolfo, aber auch in den Radio-Vatikan-Sendeanlagen von Santa Maria di Galeria. Noch in der Beratungsphase, so Villarini, ist man bei Systemen zur Energiegewinnung durch Windkraft und aus Biomasse. Hier seien dem Einsatz durch die örtlichen Gegebenheiten enge Grenzen gesetzt.
Linktipps:
Ökumenischer Rat der Kirchen Österreichs (ÖRKÖ)
Arbeitsgemeinschaft Schöpfungsverantwortung
Interreligiöser "Tag der Schöpfungsverantwortung" im steirischen Schloss St. Martin