Linzer Weihbischof könnte im Oktober ernannt werden
Der Linzer Bischof Schwarz nahm vor dem "Oberösterreichischen Journalistenforum" zum Thema Taufvorbereitung und Berufungen. Die Diözese Linz ist mit 500 Pfarren die zweitgrößte in Österreich
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| Bischof Ludwig Schwarz |
Was das genaue Aufgabengebiet des zukünftigen Linzer Weihbischofs sein werde, könne er noch nicht sagen, betonte Schwarz. Denkbare Aufgaben seien aber die Verantwortung für den Bereich der Erwachsenenbildung und der Bildungseinrichtungen der Diözese Linz in der Nachfolge des im Februar verstorbenen Bischofsvikars Alfons Riedl. Ein anderer Aufgabenbereich könnte die Aus- und Weiterbildung des Klerus und das Linzer Priesterseminar sein. Er wolle sich hier aber noch nicht festlegen, so Schwarz. Der Aufgabenbereich eines künftigen Weihbischofs hänge wesentlich davon ab, wer ernannt werde.
Besondere Unterstützung erwartet sich der Linzer Diözesanbischof aber bei den Pfarrvisitationen: "Wir sind mit rund 500 Pfarren die zweitgrößte Diözese Österreichs und haben keinen Weihbischof". Er selbst könne pro Jahr rund 40 Pfarren besuchen: "Selbst wenn man so wie ich fast jeden Sonntag in einer Pfarre ist, braucht man fast 13 Jahre, um überall hinzukommen".
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Papst Benedikt entscheidet über Dreiervorschlag |
Debatte um Klarstellungen zur Taufe
Zuletzt hatte es in der Diözese Linz Aufregung gegeben, nachdem Schwarz in einem Rundschreiben klargestellt hatte, dass die in manchen Pfarren geübte Praxis der Taufspendung durch Laienchristen nicht mit weltkirchlichen Voraussetzungen übereinstimme. Im Gespräch mit den oberösterreichischen Journalisten meinte Schwarz, dass es bei diesem Thema nun wieder ruhiger geworden sei. Der Linzer Bischof betonte aber, dass jeder das Recht habe, seine Stellungnahme zu diesem Thema abzugeben. Er selbst habe stets den Dialog gesucht, zahlreiche Gespräche geführt und alle Briefe von Menschen, die sich wegen dieser Klarstellung an ihn gewandt hätten, beantwortet.
Bischof Schwarz betonte, dass er mit seiner Entscheidung nur das dargelegt habe, was Grundprinzip in der katholischen Kirche sei: die Taufspendung ist grundsätzlich Bischöfen, Priestern und Diakonen vorbehalten. In dieser Frage sähe die Kirche nur zwei Ausnahmesituationen vor, in denen auch Laien die Taufe spenden dürfen: in Todesgefahr sowie in Missionsgebieten, wo vom Bischof beauftragte Katechisten mit der Taufspendung beauftragt werden.
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Kamingespräch im Linzer Bischofshof |
Zu den von den Journalisten angesprochenen Klagen von Priestern, dass sie durch die zusätzlichen Aufgaben rund um die Spendung des Taufsakraments überlastet wären, meinte Schwarz: "15 Taufen pro Jahr können einem Priester ja nicht seine ganze Schaffenskraft in einer Pfarre nehmen". Nicht die Taufen seien das Problem für die Zeitnot der Priester, sondern dass es generell zu wenig Priester gebe. Und zwar nicht nur in der Diözese Linz, sondern beinahe im ganzen Westen Europas, wie der Bischof betonte.
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Umso wichtiger sei es, dass die Priester in den Pfarren gut ausgebildete Laien an ihrer Seite haben, die ihnen Arbeiten abnehmen, "damit der Priester für seine Grundaufträge der Sakramentenspendung und der Verkündigung da sein kann", sagte Schwarz.
Er habe in der Diözese Linz seit dem ersten Tag einen sehr positiven Eindruck vom lebendigen Glauben und dem Einsatz und Engagement der Laien. Schwarz wies auf den diesjährigen pastoralen Schwerpunkt der Diözese Linz unter dem Titel "glaubenswert" hin. Mit der Initiative wolle man vor allem die 50.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kirche in Oberösterreich ansprechen und sie in ihrem persönlichen Glauben und in den übernommenen Aufgabenfeldern noch weiter stärken. "Wir haben nur über unseren Glauben Zugang zu Gott. Wenn wir oberflächlich werden im Glauben, bricht unser Haus des Christentums zusammen", erklärte Bischof Schwarz.
Kaum Verständnis für geistliche Berufe
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Erst wenn sich zeige, dass diese Schritte zur Förderung der Priesterberufungen nicht helfen, könnte man auf Ebene der Weltkirche "überlegen, ob geeignete verheiratete Männer ('viri probati'), die sich in der Familie, im Beruf, in der Pfarre bewährt haben und bereit seien, die theologische Ausbildung zu machen, zu Priestern geweiht werden", stellte der Linzer Diözesanbischof klar.
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