Drei von vier Europäern bezeichnen sich als religiös
Neun von zehn Europäern gaben bei großer Religionsstudie an, dass jede Religion einen wahren Kern besitze. Deutliches Gefälle besteht zwischen protestantisch und katholisch geprägten Ländern
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21.000 Menschen wurden für Studie zur Religiösität befragt |
Die Studie belegt eine große Toleranz der Europäer gegenüber anderen Religionen. Neun von zehn Europäern gaben an, dass jede Religion einen wahren Kern besitze. Mit 57 Prozent nehmen laut der Studie mehr als die Hälfte der Befragten mehr oder weniger regelmäßig an Gottesdiensten teil. 61 Prozent gaben an, auch privat zu beten. Am stärksten ist nach der Befragung die Religion in Polen und Italien verwurzelt, am wenigsten in Frankreich.
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| Dieter Heidtmann |
Ein deutliches Gefälle besteht zwischen protestantisch und katholisch geprägten Ländern. Während jeder dritte Katholik nach den Kriterien der Studie als "hochreligiös" gelten kann, ist es unter den Protestanten nur knapp jeder Fünfte (18 Prozent). Die Autoren bewerteten den Grad der Religiosität aufgrund von Antworten der Befragten zur persönlichen Frömmigkeit, zu Glaubensfragen, zur öffentlichen Gebetspraxis und zu religiösen Erfahrungen.
Dieter Heidtmann von der "Konferenz Europäischer Kirchen" (CEC) warnte aus Anlass der Präsentation des "Religionsmonitors" vor einer schnellen Vereinnahmung der Studie durch die Kirchen. Zwar gebe es eine allgemeine Religiosität. Allerdings fänden Gläubige immer mehr zu individuellen Formen des Glaubens. Es wäre aus Kirchensicht zu naiv, sich das als Erfolg zuzuschreiben, so Heidtmann. In fast allen Ländern Europas sei die kirchlich-konfessionelle Einstellung im Rückgang.
Erdö warnt vor neuer Kirchenfeindlichkeit
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| Kardinal Peter Erdö |
Generell habe sich in Europa allerdings das Verhältnis von Staat und Kirche in den vergangen Jahren positiv verändert, meinte Dieter Heidtmann. Da sich die religiöse Landkarte Europas zunehmend vermische, würden die deutlichen Gegensätze zwischen Ländern mit einer ausgeprägten Trennung von Kirche und Staat und Ländern mit einem staatskirchlichen System verschwinden. Es gebe überall in Europa ein neues gesellschaftliches Interesse an Religion. Darauf deute auch der "Kirchenartikel" im Lissabon-Vertrag hin, sagte der evangelische Geistliche.