Vor 30 Jahren starb Heiligenkreuzer Abt Braunstorfer
Kardinal Christoph Schönborn wird am 15. November bei einem Vespergottesdienst im Stift Heiligenkreuz das diözesane Seligsprechungsverfahren für P. Karl Braunstorfer eröffnen
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| Abt Braunstorfer |
Karl Heinrich Braunstorfer wurde am 3. Mai 1895 als Bauernsohn in Katzelsdorf bei Wiener
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| Kardinal Schönborn |
Nach dem Tod Pöcks wählten die Heiligenkreuzer Zisterzienser Karl Braunstorfer am 9. August 1945 zum neuen Abt von Stift Heiligenkreuz. Noch im selben Jahr wurde er zudem Abt-Präses der Österreichischen Zisterzienserkongregation.
"Im Jahr 1945 hat er Unglaubliches geleistet in der Verteidigung von Menschen in den Katastrophen des Kriegsendes", sagte der heutige Heiligenkreuzer Abt Gregor Henckel-Donnersmarck im Gespräch mit "Kathpress". Ältere Einwohner der Region könnten sich noch an viele Details aus dieser Zeit erinnern. So habe Abt Braunstorfer u.a. zum Schutz der Bevölkerung bei der sowjetischen Besatzungsmacht interveniert und Frauen Räume des Stiftes zur Verfügung gestellt, wo sie sich vor der Gefahr der Vergewaltigung durch Soldaten verstecken konnten.
Geprägt vom Konzil
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| Abt Henckel-Donnersmarck |
In seiner Funktion als Präses der österreichischen Zisterzienser war Braunstorfer einer der "Väter" des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). "Er kam mit großer Begeisterung vom Konzil zurück und hat dem Stift Heiligenkreuz den Auftrag gegeben: Wir werden als erste und ganz entschieden die Reform des Zweiten Vaticanums in der Liturgie durchführen", so Abt Gregor Henckel-Donnersmarck. Als "Konzilsvater" habe der Abt die Anliegen des Konzils authentisch interpretieren und im Kloster Heiligenkreuz verwirklichen können: "Es ging im Konzil nicht um die Abschaffung des Lateins, sondern um die würdige Feier in der Landessprache und in Latein".
Heutige Erfolge im Musikgeschäft möglich gemacht
Nach seinem Rücktritt als Abt im Jahr 1969 widmete sich Karl Braunstorfer der Herausgabe eines neuen Zisterzienserbreviers in lateinischer Sprache gemäß der Liturgiereform des Konzils. Das neue "Breviarum Sancrucense" erschien 1979, ein Jahr nach seinem Tod.
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| Stift Heiligenkreuz |
"Das neue Brevier hat uns auch die Möglichkeit gegeben, den gregorianischen Choral, der natürlich mit der lateinischen Sprache fast untrennbar verbunden ist, in Heiligenkreuz zu bewahren", betont Gregor Henckel-Donnersmarck. Die Bewahrung dieser Choräle, mit denen die Heiligenkreuzer Mönche derzeit prominent im internationalen Musikgeschäft vertreten sind, sei letztendlich eine Folge dieser Initiative von Abt Karl Braunstorfer, der die Erneuerung der Liturgie mit einer vom Konzil inspirierten Treue zur Tradition verbinden wollte.
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