Wie die Kirchgänger wählten
Meinungsforscher Ulram präsentierte bei Treffen der katholischen Publizisten Details zur Wahl. 50 Prozent der stark kirchengebundenen Katholiken wählten ÖVP, 2002 waren es noch 69 Prozent
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Peter Ulram |
Der Blick auf frühere Urnengänge belegt jedoch auch für die Kirchgänger eine schwindende Attraktivität der Volkspartei: Bei den Parlamentswahlen 2002 wählten 69 Prozent die ÖVP, 2006 waren es 59 Prozent, diesmal nur mehr 50 Prozent. Zum Vergleich die SPÖ-Wähler in dieser Zielgruppe: 2002 und 2006 machten je 22 Prozent der Kirchgänger ihr Kreuz bei den Sozialdemokraten, 2008 nur mehr 18 Prozent.
Am stärksten dazu gewonnen haben 2008 auch bei den regelmäßigen Kirchgängern die
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Jeder zweite stark kirchengebundene Katholik wählte ÖVP |
Die Grünen spielen bei den Kirchengebundenen nur eine untergeordnete Rolle: Nur 5 Prozent der regelmäßigen und 9 Prozent der sporadischen Kirchgänger wählten grün; die Befragten ohne religiöses Bekenntnis dagegen entschieden sich zu 15 Prozent für die Öko-Partei.
Laut Meinungsforscher Ulram haben sich diese Ergebnisse erst spät im Wahlkampf herausgebildet. Anfangs habe die ÖVP einen Vorsprung gehabt, den sie gegenüber der SPÖ nach einem "erbärmlichen Wahlkampf" (O-Ton Ulram) verspielte. Auffallend hoch mit fast 30 Prozent sei diesmal der Anteil an Wechselwählern gewesen - und jeder zweite davon habe sich letztlich für FPÖ oder BZÖ entschieden. Als wichtigste Wahlmotive bezeichnete Ulram die Unzufriedenheit mit der Regierungsperiode der SP-VP-Koalition sowie das Thema "Ausländer", das freilich Aufhänger für verschiedene Lebensunsicherheiten sei. Gerade auch die Jungwähler seien dafür ansprechbar gewesen undhätten zu einem hohen Prozentsatz "rechts" gewählt.
Für das schlechte Abschneiden der ÖVP machte Ulram einerseits den Spitzenkandidaten verantwortlich, andererseits das gerade angesichts der globalen Finanzkrise unverständliche "Verstecken" der Wirtschaftskompetenz der Volkspartei. Unglaubwürdig sei auch gewesen, dass die Volkspartei kurz vor der Wahl beim "Wahlgeschenkeverteilen" mitgemacht habe - und das trotz des eingestandenen schwindenden Spielraums für eine groß angelegte Steuerreform. Familienpolitik hat im Wahlkampf laut Ulram keine Rolle gespielt.
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