Fortschritt im Dialog zwischen Katholiken und Altkatholiken
Den Haag, 14.5.06 (KAP) Bei der jüngsten Tagung der Internationalen Dialogkommission zwischen römisch-katholischer und altkatholischer Kirche (IRAD) in Mennorode (Niederlande) konnten Fortschritte verzeichnet werden. Die Kommission hat ihre Arbeit an einem ekklesiologischen Grundlagentext fortgesetzt und dabei auch eigens die Frage des Dienstes des Papstes an der Einheit der Kirche und deren "Bleiben in der Wahrheit" diskutiert. Hinter dieser Formulierung verbirgt sich die Auseinandersetzung um das vom Ersten Vatikanischen Konzil 1870 proklamierte Unfehlbarkeitsdogma; diese Proklamation hatte letztlich zum altkatholischen Schisma geführt.
In Mennorode hätten sich Konvergenzen abgezeichnet, die sich aus einer in den letzten Jahrzehnten auf beiden Seiten erfolgten Neubesinnung auf den Kern des Petrus-Dienstes ergaben, hieß es aus Teilnehmerkreisen. Diese Konvergenzen berühren auch den Grund für das Schisma zwischen den beiden Kirchen. Daher wurde die Frage aufgeworfen, ob sich damit die Möglichkeit einer vollen Gemeinschaft zwischen den beteiligten Kirchen eröffne. Die Kommission sieht dafür keine unüberwindlichen Schwierigkeiten, auch wenn ihr bewusst ist, dass noch eine Reihe von weiteren Abklärungen dogmatischer und kirchenrechtlicher Natur vorzunehmen und die Stellungnahmen der Auftraggeber und die weitere Rezeption in den beteiligten Kirchen abzuwarten sind.
Die IRAD wurde im Jahre 2003 von der Internationalen Altkatholischen Bischofskonferenz (IBK) und dem Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen eingesetzt, um den früheren Dialog, der in einzelnen Ländern geführt worden war, wieder aufzunehmen und nunmehr auf internationaler Ebene weiterzuführen.