"Unser Leben ist in Gottes Hand"
Kardinal Schönborn zelebrierte das Requiem für den Wiener Altbürgermeister Helmut Zilk im Wiener Stephansdom. "Die Liebe ist stärker als der Tod", betonte der Kardinal
| Image (img2) invalid or missing |
Die Heilige Schrift gebe wertvolle Hinweise, was die Liebe "tragfähig und haltbar" macht, sagte Kardinal Schönborn. Dazu gehöre die Zuverlässigkeit im Kleinen, von der Jesus spreche. Die kleinen Gesten der Aufmerksamkeit seien das "Lebenselixier einer Beziehung" und das "Geheimnis echter Beliebtheit". Der Wiener Erzbischof zitierte Helmut Zilk: "Motivation, Aufmerksamkeit oder ein Dankeschön sind kleine Gesten mit riesengroßer Wirkung. Die Zuwendung, die man Menschen geschenkt hat, kommt im Lauf eines Lebens tausendfach zurück".
Es gehe aber auch darum, sich nach dem Wort des Apostels Paulus "in jeder Lebenslage" zurechtzufinden. Paulus erweise sich in seinen Worten als echter "Lebenskünstler", den Helmut Zilk sicher in seine Sendung gebeten hätte, so Kardinal Schönborn. Die Kunst, sich in jeder Lage
| Image (img4) invalid or missing |
Es brauche aber auch Gottvertrauen, unterstrich der Wiener Erzbischof. Helmut Zilk sei kein "Musterkatholik" gewesen, aber er habe seinen Glauben nicht versteckt. Nie habe er sich geniert, bei der Fronleichnamsprozessen mitzugehen. Nie sei sein Glaube bewegender zum Ausdruck gekommen, als in der Pressekonferenz nach dem Briefbombenattentat, als er das Kreuz hochhob, das ihm Dagmar Koller ins Spital gebracht hatte. Kardinal Schönborn erinnerte an Zilks Formulierung von damals: "Unser Leben ist in Gottes Hand".
Gott gebe die Kraft, am Leben festzuhalten, er gebe aber auch die Kraft, loszulassen, "nicht ins Leere, sondern ins Leben hinein", sagte der Wiener Erzbischof. Helmut Zilk habe es verstanden, seine Möglichkeiten und Mittel als Fernsehmann, als Minister, als Bürgermeister einzusetzen, um zu helfen, zu fördern, zu unterhalten und vieles ins Licht der Wahrheit zu stellen.
| Image (img3) invalid or missing |
Österreich nahm Abschied |
Unter den Konzelebranten des Kardinals waren außer Msgr. Schüller u.a. Weihbischof Franz Scharl, der Wiener Generalvikar Franz Schuster und der Wiener Caritasdirektor Msgr. Michael Landau.
Bei dem Requiem war auch der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Edmond Farhat, anwesend.