Debatte in Linz um Kreuze geht weiter
Laut Linzer "KirchenZeitung" hat sich Bischof Schwarz vor Linzer Pastoralrat für Kreuze in öffentlichen Räumen ausgesprochen. Diözese will sich nicht auf parteipolitische Debatte einlassen
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Bischof Ludwig Schwarz |
Generell verweist die Diözese Linz in der Kruzifixdebatte darauf, dass man sich nicht auf eine parteipolitische Diskussion einlassen wolle. In der Sache aber suche man das Gespräch mit den verantwortlichen Politikern in der Stadt Linz, hieß es am Donnerstag aus der Diözese.
Der Linzer SPÖ-Bürgermeister Franz Dobusch ist unterdessen weiterhin für die Überprüfung des oberösterreichischen Kinderbetreuungsgesetzes durch den Verfassungsgerichtshof. Er wolle die Kreuze aufhängen, wenn SPÖ und ÖVP gemeinsam die rechtliche Grundlage dafür von den Richtern prüfen lassen, sagte Dobusch den "Oberösterreichischen Nachrichten". Der Vorschlag wurde von der ÖVP zurückgewiesen. "Ich sehe das nicht als Kompromiss. Es handelt sich dabei um ein gesellschaftspolitisches Thema und nicht um Parteipolitik", konterte der für Kinderbetreuungseinrichtungen zuständige ÖVP-Landesrat Viktor Sigl.
Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer steht in der Debatte zu dem geltenden Landesgesetz. Das Land sei durch all die Jahrhunderte vom Christentum geprägt worden, so
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"Kreuzverbot einer Kulturhauptstadt würdig?"
In der Donnerstagausgabe der Tageszeitung "Volksblatt" wird unterdessen die Frage gestellt, ob ein "Kreuzverbot" der kommenden Europäischen Kulturhauptstadt würdig sei. Das Kreuz stelle nämlich mehr als ein religiöses Zeichen dar, schreibt der stellvertretende Chefredakteur Manfred Maurer in einem Kommentar. "Individuelles Streben nach Gottlosigkeit" sei kein ausreichendes Motiv für dessen Verbannung, so Maurer: "Ob es den Anti-Kreuzzüglern passt oder nicht: So unchristlich können sie gar nicht sein, dass sie sich dem christlichen Erbe ganz entziehen können. Selbst der Areligiöse, der mit Gott und Kirche nichts am Hut hat, wird beim Versuch scheitern, seine christlich-kulturellen Wurzeln zu kappen. Denn ob wir es wollen oder nicht: Wir alle, die im hiesigen Umfeld sozialisiert wurden, sind in einem kulturellen Sinn Christen".
Das Leben inÖsterreich sei "zu stark bestimmt vom Christentum, als dass sich diese Prägung so einfach wie ein Kreuz von der Wand aus unserem Denken und Fühlen entfernen ließe", schreibt Maurer. Schrift und Sprache als Basis der kulturellen Entwicklung, der Rechtsstaat und auch die Prinzipien der Versöhnungund der sozialen Gerechtigkeit seien "engstens mit dem Christentum verknüpft"; das vereinte Europa sei "undenkbar" ohne die kulturelle Klammer des Christentums.
"In seinen vielfältigen Ausformungen, die das breite Spektrum christlicher Weltsicht repräsentieren, ist das Kreuz zu einem kulturellen Symbol geworden, das viele Widersprüche friedlich in sich vereint und vielleicht gerade deshalb mehr Respekt verdient", so Maurer. Das Kreuz aus dem öffentlichen Raum zu verbannen oder vor Kindern zu verstecken, hieße, den größten Teil des eigenen Kulturerbes zu boykottieren.