Franz Welser-Möst dirigiert in der Augustinerkirche
Designierter Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper ist zugleich Schirmherr der Rettungsinitiative "Patenschaft St. Augustin" - Bisher bereitsüber 100 "Paten" für Augustinerkirche
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Der für die Kirchenmusik in der Wiener Augustinerkirche verantwortliche P. Matthias Schlögl wies im Gespräch mit "Kathpress" darauf hin, dass dieses "Jahrhunderte alte Kulturgut im Herzen Wiens aus finanziellen Gründen gefährdet" sei. Die Augustiner bitten deshalb Musikliebhaber, die "Patenschaft St. Augustin" mit einem jährlichen Förderungsbetrag ab 35 Euro zu unterstützen. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, mit einem Beitrag von 300 Euro die Teilkosten einer Messaufführung zu übernehmen. Der Spender erhält dafür eine Dankesurkunde sowie Ermäßigungen bei allen Konzerten und auf alle zum Verkauf in der Augustinerkirche angebotenen Tonträger. Wer die Gesamtkosten einer Messaufführung übernimmt, erhält über eine Urkunde aus dem Kloster-Sciptorium hinaus ebenfalls Ermäßigungen und eine Einladung zu den jährlichen Empfängen in St. Augustin.
Bisher haben sich bereits mehr als 100 Personen zur Übernahme eines Förderbetrages oder einer Patenschaft bereiterklärt. Mit ihrer Hilfe konnten mittlerweile u. a. Haydns "Paukenmesse", Mozarts "Requiem d-Moll", Beethovens "Messe C-Dur" und die selten zu hörende "Jubiläumsmesse" von Johann Michael Haydn aufgeführt werden. Für die kommenden Sonntage sind darüber hinausAufführungen von Charles Gounods "Cäcilienmesse" (23. November, 11 Uhr) sowie von Otto Nicolais "Festmesse D-Dur" (25. Dezember, 11 Uhr) vorgesehen.
"Türen, die ins Spirituelle führen"
Franz Welser-Möst hat mehrfach betont, dass man viele Werke der Kirchenmusik nicht verstehen würde, wenn man ihren spezifisch-religiösen Hintergrund ausblendet. Werke von Haydn, Schubert, Beethoven, Liszt, Bruckner, aber auch von Anton Heiller und Johann Nepomuk David würden ohne religiösen Blickwinkel "immer nur einseitig erlebt", so Welser-Möst. Musik sei "etwas, das uns die Möglichkeit gibt, über die normale Dreidimensionalität hinaus zu empfinden", erklärte der Dirigent einmal im Gespräch mit "Kathpress": "Da gehen Türen auf, die ins Spirituelle führen und die, wenn man ein gläubiger Mensch ist, natürlich auf Gott hinweisen."
Die 1327 gestiftete Wiener Augustinerkirche ist Schauplatz einer reichen Kulturtradition: In der ehemaligen Hofpfarrkirche haben viele Mitglieder des Kaiserhauses geheiratet und die Gottesdienste besucht. Seit Jahrhunderten ist die Kirche auch ein Zentrum hochqualitativer Kirchenmusik. Weltberühmte Sakralkompositionen wie Anton Bruckners Messe in f-Moll oder Franz Schuberts F-Dur-Messe sind durch Entstehung bzw. Uraufführung mit der Augustinerkirche verbunden. Bis heute ist anspruchsvolle Sakralmusik, getragen vom Chor und Orchester der Augustinerkirche, ein wesentlicher Teil der Liturgie an Sonn- und Feiertagen.
Weitere Links:
http://www.augustinerkirche.at/