Weltweit hungern 963 Millionen Menschen
Die globale Wirtschafts- und Finanzkrise drohe noch mehr Menschen in Hunger und Armut zu treiben, befürchtet die UNO-Welternährungsorganisation FAO
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Rom, 10.12.08 (KAP) Die Zahl der Hungernden weltweit hat sich nach jüngsten Schätzungen der Welternährungsorganisation FAO im vergangenen Jahr um 40 Millionen auf 963 Millionen Menschen erhöht. Dies sei eine dramatische Konsequenz der seit 2006 stark gestiegenen Nahrungsmittelpreise, sagte FAO-Generaldirektor Jacques Diouf bei der Vorstellung des Welthungerberichts in Rom.
Die globale Wirtschafts- und Finanzkrise drohe noch mehr Menschen in Hunger und Armut zu treiben. In dem Bericht der UN-Organisation ist von einem ernsten Rückschlag im weltweiten Kampf gegen Hunger die Rede. Nachdem der Anteil der Hungernden in Entwicklungsländern von 1990 an kontinuierlich bis auf 16 Prozent der Bevölkerung gesunken sei, zeige sich jetzt ein neuer Anstieg.
Für den Rückstand auf dem Weg zu den international vereinbarten Millenniumszielen zur Reduzierung des Hungers machte Diouf auch mangelnden politischen Willen der reichen Staaten verantwortlich. Das Motto des designierten US-Präsidenten Barack Obama "Yes we can" gelte auch für die Möglichkeit der Nationen, ihre entwicklungspolitischen Zusagen einzuhalten.
Der FAO zufolge leben 907 Millionen Unterernährte in Entwicklungsländern. In Subsahara-Staaten leide jeder Dritte dauerhaft unter Hunger, insgesamt 236 Millionen im Jahr 2007. Den stärksten Anstieg verzeichnete in den vergangenen Jahren der Kongo-Kinshasa. Wegen des anhaltenden
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militärischen Konflikts habe sich dort der Anteil der Hungernden von 29 auf 76 Prozent erhöht, so der Report.
Derzeit sei Ghana das einzige Land, das die Vorgaben des Welternährungsgipfels und die Millenniumsziele erreicht habe. Auch Lateinamerika und die Karibikstaaten hätten vor dem globalen Anstieg der Nahrungsmittelpreise gute Erfolge im Kampf gegen Hunger erzielt. Unterdessen stieg die Zahl der Unterernährten in dieser Region laut dem Bericht wieder auf 51 Millionen an.
Linktipps:
> UN-Welternährungsorganisation FAO
> Caritas