Zahl positiver Asylbescheide weiterhin rückläufig
Bei genauerem Hinsehen fällt laut UNHCR auf, dass der Rückgang insbesondere auf eine rigidere Entscheidungsfindung des Asylgerichtshofes als zweiter und letzter Instanz zurückgeht
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Wien, 15.12.08 (KAP) Die Zahl positiver Asylbescheide in Österreich ist weiterhin rückläufig. Darauf hat das Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) hingewiesen. Laut der aktuellen Erhebung des "Asyl-Barometers" erhielten heuer bis Ende November 3.266 Menschen Asyl in Österreich, was einer Anerkennungsrate von 32,5 Prozent der eingereichten Asylanträge entspricht. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch über 4.500. Die Anerkennungsrate in den vergangenen Jahren lag jeweils zwischen 41 und 45 Prozent aller Asylanträge. Das "Asyl-Barometer" stützt sich auf die offiziellen Asylwerberzahlen des Innenministeriums.
Bei genauerem Hinsehen fällt laut UNHCR auf, dass der Rückgang insbesondere auf eine rigidere Entscheidungsfindung des Asylgerichtshofes als zweiter und letzter Instanz zurückgeht. Erteilte der Asylgerichtshof im Vorjahr noch 2.296 positive Entscheide in zweiter Instanz, so ging diese Zahl heuer auf 1.126 und damit um knapp 50 Prozent zurück.
Einer der Hauptgründe für die Talfahrt der österreichischen Anerkennungsrate liegt laut UNHCR in der stark gesunkenen Asylzuerkennung für Menschen aus der Russischen Föderation, zumeist aus Tschetschenien: Lag deren Anerkennungsrate im Vorjahr noch bei über 80 Prozent, so sank sie in diesem Jahr auf rund 47 Prozent.
In absoluten Zahlen führen Flüchtlinge aus Tschetschenien die Flüchtlingsstatistik an: 1.294 Menschen erhielten in den ersten elf Monaten 2008 Asyl. Unter den Nationalitäten folgen Afghanistan (411) und die Türkei mit rund 230 sowie Irak und Iran mit jeweils rund 200 Flüchtlingen. Rund 240 anerkannte Flüchtlinge stammen aus afrikanischen Ländern.
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