Orthodoxe Christen feiern Weihnachten
Die russisch- oder serbisch-orthodoxen Gläubigen halten sich an den Julianischen Kalender. Papst Benedikt gratuliert den Christen zum Fest am 6. und 7. Jänner
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Russisch-orthodoxe Nikolaus-Kathedrale in Wien |
Moskau, (KAP) Ein Teil der orthodoxen Christenheit feiert am 6./7. Jänner nach dem Julianischen Kalender Weihnachten. Insbesondere in Russland, den anderen Staaten der einstigen Sowjetunion und in den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien, aber auch im Patriarchat von Jerusalem wird das Weihnachtsfest nach dem Julianischen Kalender gefeiert. Laut einer vom russischen Meinungsforschungsinstitut "Lewada" veröffentlichten Umfrage feiern etwa zwei Drittel der mehr als 140 Millionen Bürger der Russischen Föderation das orthodoxe Weihnachtsfest.
Die russisch-orthodoxe Kirche hat anlässlich des Weihnachtsfestes Politik und Wirtschaft aufgerufen, sich für den sozialen Frieden im Land einzusetzen. Viele Menschen seien wegen der "wirtschaftlichen und sozialen Probleme" arbeitslos oder erlitten materielle Verluste, erklärte Metropolit Kyrill von Smolensk, der "Locumtenens" des Moskauer Patriarchats, in seiner Weihnachtsbotschaft. Die Kirche wolle alle Menschen umarmen, die unter der Krise leiden, so Metropolit Kyrill: "Möge der Herr alle stärken und zur Vernunft bringen - die Regierenden, die Unternehmer, die einfachen Arbeiter -, damit wir durch gemeinsame Arbeit, gegenseitige Unterstützung und Suche nach richtigen Lösungen einander helfen können, die jetzigen Schwierigkeiten zu überwinden".
In seiner Weihnachtsbotschaft betonte der Metropolit, dass der vor kurzem verstorbene Patriarch Aleksij II. ein Beispiel "christlicher Liebe" gegeben habe. Wörtlich stellte Metropolit Kyrill im Hinblick auf von Politikern geförderte "nationalkirchliche" Bestrebungen fest: "Das unzweifelhafte Verdienst des verstorbenen Patriarchen ist die Bewahrung der von Gott aufgetragenen Einheit der Kirche. Die in Moskau, Kiew und Minsk durchgeführten Feiern zum 1.020-Jahr-Jubiläum der Taufe Russlands haben den Willen des Kirchenvolks zur Einheit klar unterstrichen".
Metropolit Kyrill nahm zugleich Bezug auf das bevorstehende Landeskonzil, bei dem der neue Moskauer Patriarch gewählt werden wird: "Wenn wir uns auf die kommende Wahl vorbereiten, so sollten wir wissen, dass nur die Liebe wahre Konziliarität schafft...In einem stolzen Herzen gibt es
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Metropolit Kyrill |
keinen Platz für die Liebe. Nur wenn wir in unseren Seelen keinen Platz für Feindschaft, Neid und Konkurrenz lassen, sondern unsere Herzen für die Liebe und Einheit öffnen, wird in unserem Leben die Gnade Gottes wirken".
Auch die serbisch-orthodoxe Kirche hat in ihrer Weihnachtsbotschaft die Besorgnis wegen der "grausamen Wirtschaftskrise" bekundet, hinter der sich die "geistige und moralische Krise und somit die Krise der Menschlichkeit selbst" verstecken. "Die Missachtung des Völkerrechts und der UNO-Menschenrechtscharta sowie die Verstöße gegen die Gerechtigkeit im allgemeinen gebären die politische Krise, diese wiederum die Wirtschaftskrise und das finanzielle Chaos", heißt es in der Weihnachtsbotschaft aus Belgrad.
"Die Menschheit ist heute über die grausame Wirtschaftskrise sehr besorgt, wobei man häufig übersieht, dass sie nicht nur eine wirtschaftliche, sondern eine tiefere und kompliziertere Krise ist", wird in der Botschaft festgestellt. Es seien gerade die Reichsten, die die größte Angst hätten: "Ihre unbeschränkte Gier nach Geld und Genuss gebären eine Unausgewogenheit in den menschlichen Beziehungen".
Nur ein Teil der Orthodoxie feiert am 6./7. Jänner. Die Patriarchate von Konstantinopel, Alexandrien und Antiochien, die orthodoxen Kirchen von Rumänien, Bulgarien, Zypern, Griechenland, Albanien, Finnland feiern wie die Westkirche, ebenso der größte Teil der Diaspora in Europa, Nord- und Südamerika und Australien. Hintergrund der unterschiedlichen Daten ist die Einführung des Gregorianischen Kalenders 1582 durch Papst Gregor XIII. Der Gregorianische Kalender löste den Julianischen Kalender ab, der auf Caesar zurückgeht. Einige orthodoxe Kirchen übernahmen 1923 für das Weihnachtsfest den Gregorianischen Kalender. Die Zeitdifferenz beträgt 13 Tage.
Papst gratuliert
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Papst Benedikt XVI. hat jenen orthodoxen Christen, die nach dem Julianischen Kalender feiern, am 6. Jänner beim Angelusgebet zum Weihnachtsfest gratuliert. Das Gedenken an die Geburt Jesu möge in ihren Herzen immer die Freude entzünden, "von Gott geliebt zu sein", sagte der Papst.
Linktipp:
< Festtermine in den orthodoxen Kirchen