Papst Benedikt ruft zum Einsatz für die Ökumene auf
Erster Schritt sei persönliche Umkehr des einzelnen, sagte er zum Abschluss der "Weltgebetswoche für die Einheit der Christen". Gemeinsames Verzeichnis der Glaubensmärtyrer aller Kirchen angedacht
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Vatikanstadt (KAP) Papst Benedikt XVI. hat zum Einsatz für die christlichen Einheit aufgerufen. Voraussetzung und erster Schritt sei die persönliche Umkehr des einzelnen, sagte er am Sonntag zum Abschluss der "Weltgebetswoche für die Einheit der Christen" auf dem Petersplatz. "Wir Christen haben das Ziel der vollen Einheit noch nicht erreicht", führte der Papst aus: "Aber wenn wir uns ständig zum Herrn Jesus bekehren, werden wir sie sicher erreichen".
Benedikt XVI. verwies auf die Bekehrung des Christenverfolgers Saulus vor den Toren von Damaskus, an die die Liturgie des Tages erinnere. Diese Erfahrung des Apostels Paulus sei das Modell einer echten christlichen Bekehrung, betonte er vor mehreren Zehntausend Gläubigen auf dem Petersplatz.
Wer sich wie Paulus auf die Macht Gottes zur Vergebung einlasse, den könne er aus dem "Treibsand des Stolzes und der Sünde, der Lüge und der Traurigkeit, des Egoismus und aller falschen Sicherheit" retten, führte der Papst aus.
Für ein gemeinsames "Martyrologium" (ein Verzeichnis der Glaubensmärtyrer) aller Kirchen wurde bei einer Konferenz am Sitz der Gemeinschaft von Bose in Piemont votiert. Die Gemeinschaft von Bose ist in der katholischen Kirche verankert, engagiert sich aber besonders in der ökumenischen Arbeit. Die Besinnung auf die Märtyrer könne entscheidend zur Einheit der Christen beitragen, hieß es bei der Konferenz in Bose, die aus Anlass der "Weltgebetswoche für die Einheit der Christen" stattfand.
Bruder Guido Dotti, einer der führenden Mönche von Bose, erinnerte im "Radio Vatikan"-Gespräch daran, dass der Vorschlag des gemeinsamen "Martyrologiums" nicht neu sei. Schon beim Zweiten Vatikanischen Konzil habe es diesen Vorschlag gegeben. Auch Johannes Paul II. habe sich diesen
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Hl. Erzmärtyrer Stephanus (Bild im Stephansdom) |
Vorschlag in der Enzyklika "Ut unum sint" und im Apostolischen Schreiben "Tertio Millennio Adveniente" zu eigen gemacht. Wörtlich sagte Br. Dotti: "Es geht um ein Buch, das die Christen in der Erinnerung an jene Männer und Frauen vereint, die das Evangelium mit dem Opfer ihres eigenen Lebens verkündet haben". Das sei ein Aufruf, die Kraft Jesu in den Brüdern und Schwestern wieder zu erkennen, die ihr Blut für den christlichen Glauben gegeben haben.
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