Papst: "Unerschütterliche Solidarität" mit den Juden
"Die Shoah möge für alle eine Mahnung gegen das Vergessen, die Leugnung und den Reduktionismus sein, denn die Gewalt gegen einen einzigen Menschen ist Gewalt gegen alle"
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Vatikanstadt, 28.1.09 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat am Mittwoch bei der Generalaudienz im Vatikan seine Haltung zur Shoah unmissverständlich klargestellt: Die Bilder seiner Besuche in Auschwitz erinnerten ihn an den "abscheulichen Mord" an Millionen jüdischer Menschen, die schuldlose Opfer eines "blinden Rassen- und Religionshasses" wurden.
In einer persönlichen "Mitteilung" am Ende der Generalaudienz betonte der Papst den Ausdruck seiner "vollen und unerschütterlichen Solidarität" mit den Juden. Zugleich unterstrich er seine Hoffnung, dass die Erinnerung an die Shoah die Menschheit zur Reflexion über die "unvorhersehbare Kraft des Bösen" veranlasst, wenn diese das Herz des Menschen erfasst.
Wörtlich stellte Benedikt XVI. fest: "Die Shoah möge für alle eine Mahnung gegen das Vergessen, die Leugnung und den Reduktionismus sein, denn die Gewalt gegen einen einzigen Menschen ist Gewalt gegen alle". Niemals wieder dürfe die Gewalttätigkeit die Würde des Menschen erniedrigen. Die Erinnerung an die Shoah lehre die alten und die neuen Generationen, dass nur der "mühsame Weg des Dialogs, der Liebe und der Vergebung die Völker, die Kulturen und die Religionen zum erhofften Ziel der Brüderlichkeit und des Friedens in der Wahrheit" führt.
In einer weiteren persönlichen "Mitteilung" stellte Benedikt XVI. eindeutige Bedingungen an die Lefebvrianer. Er habe als "Nachfolger des Petrus im Dienst der Einheit" vor einigen Tagen beschlossen, die Exkommunikation der vier Bischöfe aufzuheben, die 1988 von Erzbischof Marcel Lefebvre "ohne päpstlichen Auftrag" geweiht wurden. Er habe diesen Akt "väterlicher Barmherzigkeit" gesetzt, weil die betroffenen Bischöfe immer wieder ihr Leid über die Situation geklagt hätten. Aber diesem Akt müssten von Seiten der lefebvrianischen Bischöfe die notwendigen Schritte folgen, um die "volle Einheit mit der Kirche" zu verwirklichen. Auf diese Weise könnten sie ihre "wahre Treue und ihre wahre Anerkennung des Lehramts und der Autorität des Papstes und des Zweiten Vatikanischen Konzils" bezeugen.
Der Vatikan stellte angesichts der heftigen Diskussion über die Aufhebung der Exkommunikation der Lefebvrianer und die Äußerungen des Briten Richard Williamson drei Videos auf seiner neuen YouTube-Plattform bereit. Die Filme berichten über den Besuch von Papst Benedikt XVI. im Mai 2006 in Auschwitz, über seine Rede in der Kölner Synagoge im August 2005 sowie über die Reisebilanz seiner ersten Polenreise. Die Clips, die vom "Centro Televisivo Vaticano" (CTV) in Zusammenarbeit mit "Radio Vatikan" erstellt und am Dienstagabend ins Netzt gestellt wurden, bringen längere Aussagen des Papstes zum Holocaust und zur Aussöhnung mit dem Judentum.