"Kälte ist kein Kinderspiel"
Februarsammlung der Caritas startet. Kindern und alten Menschen in den ärmsten Ländern Europas soll geholfen werden. Forderungen an die Bundesregierung
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Caritas Präsident Küberl |
Wien (KAP) Unter dem Motto "Kälte ist kein Kinderspiel" steht heuer die traditionelle Caritas-Februarsammlung, mit der vor allem Kindern und alten Menschen in den ärmsten Ländern Europas geholfen werden soll. "Nur wenige Flugstunden entfernt, in Armenien, Weißrussland, Albanien oder auch Armenien ist der Winter für viele Menschen lebensbedrohend", schlug Caritas-Präsident Franz Küberl am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien Alarm. Die Caritas hilft den Betroffenen mit Wärmestuben, Tageszentren, Obdachloseneinrichtungen oder auch Suppenküchen, den Winter zu überstehen. Wie Küberl betonte, müsse immer noch jedes vierte Kind in Ost- und Südosteuropa und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion in extremer Armut leben.
Besuch in Armenien
Mit 30 Euro kann die Caritas über ihre Partnerorganisationen vor Ort ein Waisen- oder Straßenkind einen Monat lang betreuen. Insgesamt finanziert die Caritas mit den Spenden aus der Februarsammlung rund 250 Projekte in den ärmsten Ländern Europas, vorwiegend in Ost- und Südeuropa. Darunter befinden auch zwölf Projekte in Armenien, für die die Caritas Vorarlberg und Tirol verantwortlich sind und die Caritas-Präsident Küberl dieser Tage gemeinsam mit Caritas-Auslandshilfechef Christopf Petrik-Schweifer und der Osteuropa-Expertin Barbara Coudenhove-Kalergi besuchte.
"Mit dem Erdbeben von 1988, dem fast zeitgleichen Zusammenbruch des Kommunismus und dem Krieg mit Aserbeidschan Anfang der 1990er Jahre hat das Land gleich mehrere Katastrophen gleichzeitig erlebt und sich davon auch zwanzig Jahre später noch nicht erholt", berichtete Petrik-Schweifer. Hunderttausende Menschen blieben auf der Strecke, schon die Arbeitslosigkeit von regional bis zu 80 Prozent spreche Bände. "Allein heuer haben sich in Armenien die Preise für Heizöl auf 25.000 Dram pro Monat verdoppelt. Der Mindestlohn liegt bei 30.000 Dram oder umgerechnet rund 75 Euro", schilderte der Caritas-Auslandshilfechef die Dramatik der Situation.
Unterricht bei minus acht Grad
Küberl berichtete vom Besuch einer Schule, wo Kinder und Lehrer nur in dicken Wintermänteln ausharren könnten. Die kleinen Öfen würden kaum Wärme spenden. Bis zu einer Raumtemperatur von minus acht Grad werde unterrichtet.
Besonders Waisenkinder, alte Menschen, Kinder mit Behinderungen und ehemalige Flüchtlinge werden von der Caritas Vorarlberg und Tirol in Armenien unterstützt. "25 Grad unter Null und kein Geld zum Heizen, das trifft neben den Kindern die alten Menschen besonders hart", so Barbara
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Coudenhove-Kalergi. Immer wieder habe sie von Betroffenen gehört, dass diese ohne Caritas-Hilfe nicht mehr leben würden.
Forderungen an Bundesregierung
Einmal mehr forderte Caritaspräsident Küberl angesichts der dramatischen Situation in vielen Ländern die österreichische Bundesregierung auf, die bereits mehrmals versprochene Erhöhung der Entwicklungshilfe-Gelder auf 0,51 Prozent des Bruttonationaleinkommens bis 2010 und 0,7 Prozent bis 2015 auch tatsächlich einzuhalten. Derzeit komme Österreich seinen Verpflichtungen in der Entwicklungszusammenarbeit bei weitem nicht nach, kritisierte Küberl.
Mit "zunehmender Sorge" sehe er auch den "Trend zur Magersucht" bei den Mitteln für die staatliche Entwicklungshilfeagentur ADA, so der Caritas-Präsident. Er forderte eine Verdoppelung des ADA-Budgets.
Auslandshilfechef Petrik-Schweifer mahnte zusätzlich auch eine fixe Dotierung des Auslandskatastrophenfonds ein. Diese Dotierung sollte zunächst mindestens fünf Millionen Euro betragen. Damit wäre es möglich, dass Österreich seiner humanitären Verpflichtung auch abseits der medialen Scheinwerfer nachkommt, so Petrik-Schweifer.
| Caritas-Februarsammlung "Kälte ist kein Kinderspiel": PSK 7.700 004, BLZ 60.000, Kennwort: Osteuropa-Hilfe. |